Afghanistan Soldaten nehmen Abschied von getöteten Kameraden

Trauerfeier in Kunduz: Die in Afghanistan stationierten Bundeswehr-Soldaten haben ihrer beiden getöteten Kameraden gedacht. Anschließend wurden die Särge ins rheinland-pfälzische Zweibrücken gebracht. Dort nehmen am Freitag Trauernde Abschied von den Opfern.


Berlin - Mit einem Ehrenspalier gaben Soldaten und zivile Mitarbeiter der Bundeswehr in Afghanistan den beiden getöteten Kameraden das letzte Geleit. Am Montag waren die 25 und 22 Jahre alten Soldaten bei einem Anschlag ums Leben gekommen.

Bei einer Trauerfeier im nordafghanischen Kunduz würdigte Lager-Kommandeur Oberst Rainer Buske ihren Einsatz: "Gemeinsam mit ihren Kameraden haben sie Nacht für Nacht für Sicherheit gesorgt."

Anschließend startete ein Flugzeug mit den Särgen der beiden Soldaten zum Luftwaffenstützpunkt Termes in Usbekistan. Von dort aus wurden die Leichen mit einem Luftwaffen-Airbus zum deutschen Standort Zweibrücken, Rheinland-Pfalz, gebracht. Ein bei dem Anschlag verletzter Soldat sollte ebenfalls im Laufe des Tages in die Bundesrepublik ausgeflogen werden.

Angehörige und Soldaten des Fallschirmjäger-Bataillons 263 nehmen an diesem Freitag bei einer Trauerfeier Abschied. Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) und Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan werden daran teilnehmen.

Die beiden getöteten Soldaten waren mit ihrer Einheit als Verstärkung nach Kundus geschickt worden, weil sich die Sicherheitslage dort zunehmend verschlechtert hatte. Am Montag sicherten sie eine großangelegte Suchaktion nach Waffenlagern ab, als sich der Attentäter auf einem Fahrrad neben ihnen in die Luft sprengte. Bereits Ende August war ein Soldat ihres Bataillons in Zweibrücken nahe Kundus durch eine Sprengfalle getötet worden.

Die beiden Soldaten hätten die Gefahren ihres Einsatzes gekannt, sagte der deutsche Kommandeur der Nordregion, General Jürgen Weigt, bei der Trauerfeier. "Sie sind trotzdem gekommen", fügte er hinzu. Das, was die Soldaten in Afghanistan erlebten, sei perfider Terror, der auch nicht davor Halt mache, Kinder mit in den Tod zu reißen. Am Abend sollte das Flugzeug mit den Särgen an Bord in Zweibrücken eintreffen. Auch einer der beiden bei dem Anschlag verletzten Soldaten wird mit der Maschine ausgeflogen. Am Freitag will Verteidigungsminister Franz Josef Jung an der Trauerfeier in Zweibrücken teilnehmen.

Der zivile Leiter des Regionalen Aufbau-Teams (PRT), Peter Ptassek, 46, erinnerte daran, dass die Soldaten in Afghanistan seien, um der Bevölkerung beim Wiederaufbau des Landes zu helfen. "Sie sind auf Wunsch der internationalen Staatengemeinschaft, der afghanischen Regierung und der Menschen hier." Zum Abschluss der Trauerfeier spielte ein Trompeter das Lied "Ich hatt' einen Kameraden".

cht/Reuters/dpa

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