Afghanistan Taliban bestreiten Verhandlungen mit Uno
Kämpfer der Taliban: Kein Interesse an Verhandlungen mit der Uno
Foto: STR/ AFPHamburg - Die radikalislamischen haben ein angebliches Treffen mit Vertretern der Uno zu möglichen Friedensverhandlungen abgestritten. Es handele sich dabei lediglich um "Propaganda", hieß es am Samstag in einer Erklärung. Angaben über ein Treffen zwischen Taliban-Vertretern und dem Leiter der Uno-Mission in , dem norwegischen Diplomaten Kai Eide, seien völlig aus der Luft gegriffene Gerüchte, hieß es in einer Erklärung des Taliban-Rates. Sie seien von den gegen die Mudschahidin kämpfenden Truppen gestreut und von internationalen Medien verbreitet worden. Die Taliban würden ihren heiligen Krieg fortsetzen.
Ein Uno-Vertreter hatte am Rande der Afghanistan-Konferenz in London gesagt, dass sich der Uno-Sondergesandte Anfang Januar mit Taliban-Vertretern getroffen habe. Bei dem Treffen ging es demnach um vorbereitende Gespräche für Friedensverhandlungen mit der afghanischen Regierung. Die Initiative sei von den Taliban ausgegangen. Das Treffen habe in Dubai stattgefunden, weil die Taliban-Kommandeure in Afghanistan Angst gehabt hätten, von den USA inhaftiert zu werden, so der Uno-Mitarbeiter.
US-Außenministerin Hillary Clinton hatte laut der "New York Times" bestätigt, dass es eine Begegnung zwischen Eide und einigen Taliban-Führern gegeben habe. Eide wolle sich selbst ein Bild von den Vorstellungen einiger Taliban machen. Ein Sprecher Eides, dessen Amtszeit als Sondergesandter im März endet, wollte die Angaben nicht kommentieren. Eide selbst hat bisher kein Treffen mit Taliban öffentlich bestätigt.
Woher soll das Vertrauen der Taliban in die Uno kommen?
Die Taliban bekräftigten in ihrem Dementi die Fortsetzung des Krieges in Afghanistan. Sie bezeichneten sich in der Erklärung selbst als "führenden Rat des Islamischen Emirats Afghanistan". So hatten die Taliban das Land während ihrer Herrschaft über Afghanistan von 1996 bis 2001 genannt. Die Londoner bezeichneten die Aufständischen als gescheitert. Um wieder zu militärischem und politischem Ansehen zu gelangen, verlegten sich ihre "Feinde" nun auf eine "Propaganda-Verschwörung", hieß es in der Erklärung.
Schon vor dem Dementi war unklar, woher das plötzliche Vertrauen der Taliban in die Uno rühren soll. Erst vor wenigen Wochen griffen Taliban-Kämpfer ein Uno-Gästehaus in Kabul an, in einer Erklärung verdammten sie die Weltorganisation als "kolonialistisch". Noch am Freitag griffen Taliban in der Provinz Helmand die lokale Uno-Vertretung an.
Taliban betonen, keine Bedrohung fürs Ausland zu sein
Während die Taliban in den vergangenen Monaten eher an Schlagkraft gewonnen haben und vor kurzem sogar wieder einmal einen Angriff auf das Zentrum der Hauptstadt Kabul wagten, erklärten sie zuletzt parallel immer häufiger, dass sie keine Gefahr für die internationale Sicherheit darstellen und sich gute Beziehungen zu ihren Nachbarn wünschen.
Die Betonung, dass sie keine Bedrohung fürs Ausland darstellen und nur im Interesse der Afghanen kämpfen, wird von einigen Experten als positives Signal eingestuft: Die Taliban versuchten dadurch klarzustellen, dass man mit ihnen durchaus darüber reden kann, dass sie ihre Unterstützung für das Terrornetzwerk einstellen, das nämlich im Gegensatz zu den Taliban ausdrücklich eine internationale Agenda verfolgt.
Schon in den ersten Verhandlungen, die mit den Taliban geführt wurden, war es um diese Frage gegangen. Im Jahr 2008 hatte der saudische König versucht, Mullah Omar dazu zu bringen, eine solche Erklärung abzugeben. Freilich erging sie nie.