Afghanistan Taliban greifen Gouverneurssitz an

Die Taliban verübten in Afghanistan mehrere Anschläge: Bei den Angriffen auf Regierungsgebäude und einen Militärstützpunkt im Osten des Landes kamen mindestens 13 Menschen ums Leben.


Kabul - In der Stadt Gardes in der östlichen Provinz Paktia versuchten bewaffnete Taliban-Kämpfer, Gebäude der örtlichen Provinzregierung zu stürmen, wie ein Behördensprecher mitteilte. Einer der Attentäter sprengte sich demnach vor einem dortigen Büro des Geheimdienstes in die Luft und riss fünf Geheimdienstmitarbeiter mit in den Tod. Fünf Aufständische wurden von afghanischen Sicherheitskräften getötet, bevor sie ihre Sprengstoffgürtel zünden konnten, die sie unter ihrer Kleidung versteckt hatten. Unter den getöteten Taliban-Kämpfern waren auch zwei Männer, die sich in eine Burka gehüllt als Frauen verkleidet hatten.

US-Truppen seien vor Ort, erklärte eine US-Militärsprecherin. Ob sie an den Kämpfen beteiligt waren, war zunächst nicht bekannt. Ein Taliban-Sprecher sagte der Nachrichtenagentur AP telefonisch, 15 Kämpfer mit Sprengstoffwesten hätten den Angriff gestartet.

In Dschalalabad in der Provinz Nangarhar wurden zwei weitere Aufständische bei einem Schusswechsel mit der Polizei getötet. Die Männer hatten nach Angaben eines Sprechers versucht, auf den Flughafen der Stadt vorzudringen, der von afghanischen und internationalen Truppen als Militärbasis genutzt wird. Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt. Nach Angaben eines Arztes wurde anschließend ein toter Polizist in ein Krankenhaus gebracht.

Taliban-Kämpfer haben in den vergangenen Monaten wiederholt mehrere Regierungsgebäude gleichzeitig angegriffen, darunter in Kabul und in Kandahar. Zuletzt richtete sich eine solche Aktion gegen Behördengebäude in Chost, 70 Kilometer östlich von Gardes. Dabei wurden 20 Menschen getötet.

anr/AFP/AP



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