Afghanistan Taliban-Kämpfer starten Offensive auf Kunduz

Das Provinzkrankenhaus und Teile der Stromversorgung sind bereits in ihren Händen: Die Taliban haben Kunduz angegriffen und Teile der nordafghanischen Stadt eingenommen.

Afghanische Sicherheitskräfte versuchen die Taliban-Angriffe auf Kunduz abzuwehren
STRINGER/ EPA-EFE/ REX

Afghanische Sicherheitskräfte versuchen die Taliban-Angriffe auf Kunduz abzuwehren


Dem Provinzrat Ghulam Rabbani zufolge begann der Angriff gegen 1.00 Uhr nachts (Ortszeit): Kämpfer der radikalislamischen Taliban haben in der Nacht zum Samstag einen groß angelegten Angriff auf Kunduz durchgeführt. Die Taliban hätten mehrere Einrichtungen und Gebiete in der Stadt einnehmen können, darunter das Provinzkrankenhaus, die Zentrale der Elektrizitätsversorgung und den dritten Polizeibezirk der Stadt.

Die Offensive auf die nordafghanische Provinzhauptstadt erfolgte inmitten der laufenden Gespräche zwischen den Taliban und den USA über eine politische Lösung des seit fast 18 Jahren andauernden Konflikts. Zuletzt hatten sich beide Seiten optimistisch gezeigt, bald ein Abkommen erzielen zu können.

Die Taliban-Kämpfer hätten sich in Häusern verschanzt und würden sich mit den Sicherheitskräften Gefechte liefern, sagte Rabbani. Hubschrauber kreisten über der Stadt. Die afghanische Polizei und Armee befinde sich in der Defensive, da sie das Leben von Zivilisten schützen wollten. Es gebe Tote und Verletzte bei Polizei und Zivilisten, allerdings sei die Zahl unklar. Der Strom in der Stadt sei abgestellt worden, Telekommunikationsverbindungen seien unterbrochen. Sollte die Situation so weitergehen, könne die Stadt abermals ganz an die Taliban fallen, sagte Rabbani.

Die Taliban kontrollieren weite Teile der Provinz Kunduz, in der bis vor einigen Jahren noch die Bundeswehr als Schutzmacht stationiert war. 2013 übergaben die deutschen Truppen das Lager nach zehn Jahren an afghanische Sicherheitskräfte. Im Rahmen der Nato-Mission "Resolute Support" ist eine kleine Gruppe von deutschen Soldaten weiterhin dort, um die afghanische Armee zu beraten.

Bereits im Herbst 2015 und 2016 war Kunduz kurzzeitig an die Taliban gefallen. Provinzräte sagten am Samstag, sie hätten in den vergangenen Wochen und Monaten mehrmals vor einem erneuten Angriff der Taliban auf die Stadt gewarnt.

cbu/dpa/AFP



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m.gu 31.08.2019
1. Wie stuft die deutsche Regierung die Lage in Afghanistan ein? Als
sicher, doch das ist unwahr. Nicht nur die Lage in Kundus spricht für die Taliban und gegen die jetzige Regierung in Afghanistan. Afghanen aus Deutschland werden mit Flugzeugen Monat für Monat in ein Kriegsgebiet zurück geflogen. Wenige Straftäter, Frauen, Kinder und Männer sogar kranke Afghanen werden nachweisbar abgeschoben. Ist das menschlich? Nicht nur die Taliban erobern ein Dorf nach dem anderen in Afghanistan, sondern auch der IS hat schon mehrere Distrikte erobert. Siehe Fakt Quelle: "IS angeblich auch in Afghanistan auf den Vormarsch." 2 Mal wurde Kundus bereits von den Taliban erobert, 100 de von Menschen wurden nachweisbar von den Taliban in dieser Stadt ermordet. Menschen, die als Gärtner, Koch, Dolmetscher usw. auch für die deutschen Truppen gearbeitet haben. Sie wurden ihren Henkern gnadenlos übergeben, wie wurden im Stich gelassen. Ist das die deutsche Politik in Afghanistan?
kelcht 31.08.2019
2.
Zitat von m.gusicher, doch das ist unwahr. Nicht nur die Lage in Kundus spricht für die Taliban und gegen die jetzige Regierung in Afghanistan. Afghanen aus Deutschland werden mit Flugzeugen Monat für Monat in ein Kriegsgebiet zurück geflogen. Wenige Straftäter, Frauen, Kinder und Männer sogar kranke Afghanen werden nachweisbar abgeschoben. Ist das menschlich? Nicht nur die Taliban erobern ein Dorf nach dem anderen in Afghanistan, sondern auch der IS hat schon mehrere Distrikte erobert. Siehe Fakt Quelle: "IS angeblich auch in Afghanistan auf den Vormarsch." 2 Mal wurde Kundus bereits von den Taliban erobert, 100 de von Menschen wurden nachweisbar von den Taliban in dieser Stadt ermordet. Menschen, die als Gärtner, Koch, Dolmetscher usw. auch für die deutschen Truppen gearbeitet haben. Sie wurden ihren Henkern gnadenlos übergeben, wie wurden im Stich gelassen. Ist das die deutsche Politik in Afghanistan?
es gibt stimmen im Volk die gegen mehr Flüchtlinge sind. Aber auch die militärische Unterstützung der durchaus gewählten Afghanischen Regierung wird nicht toleriert. Insgesamt hat die deutsche Politik in Afghanistan ihr bestes versucht. Außerdem waren über bei der letzten Abschiebung doch 17 Straftäter von 31 abgeschobenen. Durchaus nicht wenige.
erlenstein 31.08.2019
3. es ist wirklich unglaublich, in ein solches Land Flüchtlinge
abzuschieben. Noch unglaublicher, dass nach 18 Jahren immer noch oder wieder solche Zustände dort herrschen und es nicht gelungen ist, die Taliban und den IS zu besiegen. Dass jetzt den Taliban weitreichenden Zugeständnisse gemacht werden sollen, trifft besonders die Frauen dort empfindlich.
MichaelundNilma 31.08.2019
4. Ein Land ohne Zukunft
Lohnt es sich eigentlich noch, sich mit Afghanistan zu beschäftigen ? Die Frage dürfte mit jain beantwortet werden. Die Nachrichten sind immer die gleichen. Alle Versuche, das Land zu befrieden sind gescheitert und werden es erfahrungsgemäß auch in Zukunft sein. Die Gründe sind sicher vielfältig, aber drei Gründe sind für jeden sichtbar, maßgeblich. Afghanistan ist kein Staat sondern eine Stammesgesellschaft und jeder Stammesfürst herrscht uneingeschränkt in seinem Stammesgebiet. Selbst die Bundeswehrsoldaten holen sich die Genehmigung des jeweiligen Stammesfürsten ein, dessen Gebiet sie betreten wollten. Sie stehen dann unter seinem Schutz. Nicht umgekehrt und nicht die Regierung in Kunduz hat die Autorität für das ganze Land. Das gilt auch für afghanische Truppen. Tun sie das nicht, werden sie, wie schon vielfach geschehen, getötet. Der zweite Grund hat religiöse Gründe. Der Islam und seine mittelalterliche Weltsicht stemmen sich der Entwicklung des Landes zu einem funktionierenden Staat entgegen. Drittens der hohe Anteil von Afghanen ohne Schulbildung. Davon besonders betroffen sind Frauen – aus religiösen Gründen. Ihr habt Uhren, wir haben Zeit sagen die Afghanen. Das Ergebnis ist milde gesagt eine aus der Zeit gefallene Gesellschaft. Jeder Versuch eines Aufbaus des Landes und Schaffung von Infrastruktur unter Zuhilfenahme erheblicher Finanzmittel verpuffen. Der Fortschritt in Afghanistan wird also noch Jahrhunderte brauchen. Das einzige was dort zuverlässig funktioniert ist die Kalaschnikow und IED s. Ich bin der Meinung, dem Land ist nicht zu helfen. Wir sollten der Realität ins Auge sehen. Von daher ist es unverantwortlich, weitere Steuergelder für Afghanistan zu verschwenden. Was bleibt sind lediglich strategische Interessen.
kelcht 31.08.2019
5.
Zitat von erlensteinabzuschieben. Noch unglaublicher, dass nach 18 Jahren immer noch oder wieder solche Zustände dort herrschen und es nicht gelungen ist, die Taliban und den IS zu besiegen. Dass jetzt den Taliban weitreichenden Zugeständnisse gemacht werden sollen, trifft besonders die Frauen dort empfindlich.
lange Einsatzzeiten der BW scheinen auch sie abzulehnen, bessere Ausrüstung und Personalstärke in Afgh auch. Da Herr G. W. Bush Jr. den Krieg recht locker sah aber die Bevölkerung Kriegsmüde wurde und Obama Afghanistan auf Priorität 1 setzte, raus aus dem Irak ist da dieser Krieg wenig mit 911 zu tun hatte und mit Erfolg Bin Laden ausschaltete der auf seinem Computer neben Pornos noch weitere Terrorpläne hatte z.B. Anschläge auf Bahnstrecken, erschließt sich die mir ihre Kritik nicht ganz müssen sie aber Trump fragen wieso der den Taliban immer mehr einräumt und nicht Obama oder Merkel.
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