Nach drei Jahren Geiselhaft Taliban lassen zwei westliche Professoren frei

Im August 2016 wurden der US-Amerikaner Kevin King und der Australier Timothy Weeks in Kabul entführt. Jetzt haben die radikalislamischen Taliban sie freigelassen - als Teil eines Gefangenenaustauschs mit der Regierung.

Ein um Juni 2017 veröffentlichtes Bild zeigt den US-Amerikaner Kevin King in Geiselhaft der Taliban
EL-EMARA Taliban/ AP

Ein um Juni 2017 veröffentlichtes Bild zeigt den US-Amerikaner Kevin King in Geiselhaft der Taliban


Als Teil eines Gefangenenaustauschs mit der afghanischen Regierung haben die radikalislamischen Taliban zwei westliche Geiseln freigelassen.

Die beiden vor drei Jahren entführten Professoren, Kevin King aus den USA und Timothy Weeks aus Australien, seien im Bezirk Naubahar in der Provinz Sabul freigelassen und von Hubschraubern der US-Armee ausgeflogen worden, teilte die örtliche Polizei mit.

Kings Familie bestätigte die Freilassung der beiden Professoren. King sei nun bei Vertretern der US-Behörden und erhalte medizinische Versorgung und weitere Unterstützung, hieß es in einer Mitteilung. Er bereite sich auf die Rückkehr in die USA vor. Die Familie King begrüße auch die Nachricht, dass Timothy Weeks freigelassen worden sei.

Die Taliban forderten als Gegenleistung die schnellstmögliche Freilassung von drei hochrangigen Vertretern der Miliz. Darunter ist Anas Haqqani. Dessen älterer Bruder ist der stellvertretende Chef der Taliban und Leiter des Haqqani-Netzwerks. Die afghanischen Behörden werfen Anas Haqqani vor, ebenfalls eine wichtige Rolle in dem Netzwerk zu spielen.

Präsident Ghani hofft auf Neustart von Gesprächen

Afghanistans Präsident Ashraf Ghani hatte sich in der vergangenen Woche bereit erklärt, die drei Talibanvertreter "unter Bedingungen" freizulassen. Er hoffe, dass der Gefangenenaustausch "den Weg ebnen" werde für die Aufnahme informeller direkter Friedensgespräche zwischen der afghanischen Regierung und den Taliban, sagte Ghani.

Es war nicht klar, wann und wo die drei Talibanvertreter freikommen sollten. Ghani hatte angedeutet, dass sie möglicherweise auch außerhalb Afghanistans freigelassen werden könnten.

King und Weeks lehrten beide an der American University of Afghanistan. Sie waren im August 2016 in Kabul von Männern in Militäruniform entführt worden. Später veröffentlichten die Taliban ein Video mit den beiden Professoren, die darin stark mitgenommen wirkten. Ihre Universität zeigte sich erleichtert über ihre Freilassung.

mes/mst/AFP/dpa



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