Afghanistan Taliban veröffentlichen Video von verschleppten Reportern

Parallel zur Offensive der ISAF-Truppen in Afghanistan ist ein neues Video von zwei entführten französischen Reportern aufgetaucht: Die Männer appellieren darin an Frankreichs Staatspräsidenten Sarkozy, rasch mit den Kidnappern zu verhandeln. Die Regierung ruft zu Zurückhaltung auf.

Taliban

Paris - Die haben ein neues Video der beiden Ende Dezember verschleppten französischen Journalisten veröffentlicht. Die Aufnahmen waren am Sonntag auf einer Webseite der Aufständischen zu sehen. In dem Video appelliert eine der Geiseln an den französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy, mit den Entführern rasch über ihre Freilassung zu verhandeln. Die zwei Journalisten wirkten erschöpft. Sie sagten aber, sie seien bei guter Gesundheit und würden von ihren Entführern gut behandelt.

Die französische Regierung rief die Medien zur Zurückhaltung auf. "In einer solchen Lage ist angesichts der Familien unserer Mitbürger und im Interesse ihrer Sicherheit Diskretion geboten", teilte das Außenministerium mit.

Die kriegserfahrenen Journalisten des TV-Senders France-3, ein Wortreporter und ein Kameramann, waren mit ihrem Fahrer und ihrem Übersetzer am 30. Dezember nordöstlich von Kabul verschleppt worden. Sie wollten unabhängig vom französischen Militär in einer als sicher geltenden Gegend recherchieren.

Die Pariser Regierung zeigte sich verärgert über das "unverantwortliche" Vorgehen der Journalisten und tut seitdem alles, um Informationen über die Entführung zu unterdrücken. Selbst die Namen der Entführten werden nicht genannt.

Die Journalistenvertretung von France-3 hat deswegen der Regierung eine "politische Instrumentalisierung" des Falls vorgeworfen. Die Reporter würden zu "Geiseln des Schweigens". Nie zuvor hätten "die Machthaber" es "gewagt, öffentlich Geiseln anzugreifen, die noch in der Hand ihrer Entführer waren. Niemals hatten sie es gewagt, die Opfer in Schuldige zu verwandeln."

Am Sonntag verurteilte die Regierung die Entführung und nannte es unannehmbar, dass Journalisten zur Zielscheibe würden, die in Afghanistan ihre "unverzichtbare Informationsaufgabe" erfüllten.

ssu/apn/dpa
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