Afghanistan Taliban verschleppen pakistanische Kinder

Geiselnahme im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet: Eine Gruppe pakistanischer Kinder und Jugendlicher ist nach Behördenangaben von Taliban-Kämpfern entführt worden.

Stammesgebiet Bajaur an der Grenze zu Afghanistan: Kinder als Geiseln
REUTERS

Stammesgebiet Bajaur an der Grenze zu Afghanistan: Kinder als Geiseln


Islamabad - Taliban-Kämpfer haben in Afghanistan nach Behördenangaben rund 20 pakistanische Kinder und Jugendliche eines regierungstreuen Stammes verschleppt. Die Kinder aus dem Stammesgebiet Bajaur hätten während der Feierlichkeiten zum Ende des Fastenmonats Ramadan ein Erholungsgebiet besucht, das an der afghanischen Grenze liege, sagte der Behördenchef des Distrikts Bajaur, Islam Zaif Khan, am Freitag. Sie hätten dabei am Donnerstag versehentlich die Grenze zu der afghanischen Provinz Kunar überschritten. "Terroristen auf der anderen Seite der Grenze nahmen die Kinder als Geiseln."

Nach Khans Angaben hatten die Aufständischen zunächst etwa 30 Jungen verschleppt, die dem Mamoond-Stamm angehören. Der Stamm kämpft mit einer eigenen Miliz an der Seite der Regierungstruppen gegen die Taliban. Zehn Kinder im Alter unter zehn Jahren seien noch am Donnerstag wieder freigelassen worden, sagte Khan. Stammesangehörige hätten eine Ratsversammlung einberufen, um über Wege zu beraten, wie auch die anderen Kinder im Alter zwischen zwölf und 18 Jahren zurückgebracht werden könnten.

Der Behördenchef machte keine Angaben dazu, ob es sich bei den Entführern um pakistanische oder afghanische Taliban handele. Der Sender Express Television berichtete, der pakistanische Innenminister Rehman Malik habe die afghanische Regierung gebeten, Schritte für die Freilassung der Kinder zu unternehmen.

Vor Operationen der pakistanischen Sicherheitskräfte sind Hunderte Aufständische unter anderem aus Bajaur über die Grenze nach Afghanistan geflohen. Von dort aus haben sie mehrfach pakistanische Stellungen und regierungstreue Stammesangehörige angegriffen. In der vergangenen Woche attackierten Taliban-Kämpfer aus der afghanischen Provinz Nuristan heraus mehrere pakistanische Grenzposten, 36 Soldaten und Polizisten wurden getötet.

phw/AFP/dpa

insgesamt 10 Beiträge
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deberger, 02.09.2011
1. !
Zitat von sysopGeiselnahme im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet: Eine Gruppe pakistanischer Kinder und Jugendlicher ist nach Behördenangaben von Taliban-Kämpfern entführt worden. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,784029,00.html
Ja mei, Wiederstandskämpfer halt!
Edgar, 02.09.2011
2. Also nichts neues...
Die Taliban sind nun einmal völlig skrupellose verbrecher, was erwartet man da? Dass sie kleine Kinder in Camps systematisch zu lebenden Bomben abrichteten, ist ja längst bekannt. Dass sie die Bevölkerung mit brutalem Terror unterjochen, ist auch nichts neues. Dass sie zu dem zweck auch mal Kinder als geiseln nehmen, überrascht nicht im geringsten.
AFH 02.09.2011
3. .
Wenn weder Opfer noch Täter weiss sind, interessiert es hierzulande doch niemanden, am wenigsten diejenigen, die hier immer über den angeblich arroganten Westen schimpfen.
winterfichte 02.09.2011
4. merkwürdig...
scheinbar haben muslime mit taliban wenig probleme, denn keiner regt sich auf oder leistet widerstand. das sollen die ungeliebten westtruppen machen... vielleicht wäre es mal gut, wenn wir ein klares bekenntnis von denen bekämen, was die eigentlich wirklich wollen.
Gani, 02.09.2011
5. Keine Aufregung!
Nach offizieller Gutmenschen Lesart hier im Forum, müssen diese Kinder und Jugendliche westliche Agenten oder aber zumindest aktive Sympathisanten sein, denn sonst würden die ehrbaren und aufrechten Freiheitskämpfer, die Taliban eben, sie nicht gefangen nehmen um sie vermutlich später als ungläubige Spione abzuurteilen!
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