Afghanistan Todesstrafe für Mörder von vier Journalisten

Ein Extremist ist in Kabul von einem Gericht für den Mord an vier Journalisten zum Tode verurteilt worden. Die Reporter waren Ende November 2001 bei Dschalalabad in einen Hinterhalt geraten und erschossen worden.


Kabul - Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Resa Chan und seine Bande die Reporter am 19. November 2001 in einem Hinterhalt gestoppt, aus dem Auto gezerrt und erschossen haben. Bei den Ermordeten handelt es sich um den australischen Kameramann Harry Burton, den afghanischen Reuters-Fotografen Asisulla Haidari, Maria Grazia Cutuli von der italienischen Zeitung "Corriere della Sera" sowie Julio Fuentes, Korrespondent der spanischen Tageszeitung "El Mundo".

Die Gruppe war in einem Konvoi von Dschalalabad nach Kabul unterwegs, um über den Sturz der Taliban zu berichten. Die Islamisten hatten Kabul sechs Tage zuvor nach heftigen Bombardements durch die US-Armee aufgegeben.

Resa Chan wurde außerdem die Ermordung seiner Frau in Pakistan vorgeworfen. Für die Vergewaltigung von Cutuli vor ihrem Tod erhielt er ferner 15 Jahre Haft. Der Täter gestand, er habe einen der Reporter erschossen, unklar blieb, um wen es sich handelte.

Sein Geständnis über die Vergewaltigung der Italienerin zog er jedoch wieder zurück. Im Prozess berief sich Chan auf Befehle von oben: Seine Gruppe habe einem regionalen Milizkommandeur gehorchen müssen.



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