Afghanistan Tote und Verletzte nach mehreren Anschlägen

Bei Terroranschlägen in mehreren Regionen Afghanistans sind mindestens 17 Menschen ums Leben gekommen, Dutzende wurden verletzt. Auch bei einem Militärschlag gab es Tote.

Opfer nach Militärschlag in Kunduz
STRINGER/EPA-EFE/REX

Opfer nach Militärschlag in Kunduz


Im Norden Afghanistans sind mindestens 13 Mitglieder einer Familie bei einem Einsatz afghanischer und internationaler Streitkräfte getötet worden. Das teilten die Behörden der Provinz Kundus mit. Zwei weitere Zivilisten seien bei dem Einsatz in den Ausläufern der Provinzhauptstadt Kundus verletzt worden. Die Hintergründe des Militärschlags waren zunächst unklar.

Behörden zufolge gehen die Streitkräfte derzeit verstärkt gegen die radikalislamischen Taliban vor. Laut offiziellen Stellen hatten diese zuletzt in und um die Stadt Kundus herum Gebietsgewinne verzeichnen.

Am gleichen Tag kamen mehrere Menschen bei Anschlägen in anderen Teilen Afghanistans ums Leben. In der südlichen Provinz Kandahar wurde beispielsweise ein afghanischer Parlamentarier von Unbekannten getötet. Das teilte ein Sprecher des Provinzgouverneurs mit.

Die Taliban, die regelmäßig Anschläge auf Militärposten und Regierungsstellen verüben, bestritten, dass sie etwas mit der Tat zu tun hätten. Sie reklamierten jedoch einen Doppelanschlag in der Südprovinz Helmand für sich. Bei Feierlichkeiten zum nationalen Bauerntag in einem Stadion waren durch Explosionen laut Innenministerium drei Menschen getötet und 31 verletzt worden.

Die Attacke habe mehrere ranghohe Beamte, den Provinzgouverneur und seinen Stellvertreter getroffen, gaben die Islamisten in einer Stellungnahme an. Vonseiten der Provinzregierung hieß es hingegen, der Gouverneur sei sicher entkommen, sein Stellvertreter und andere Beamte seien leicht verletzt worden.

Laut einem Bericht der UN-Mission Unama starben 2018 in Afghanistan mit 3804 Menschen so viele Zivilisten wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnung im Jahr 2009. Auch durch Luftschläge der internationalen und afghanischen Luftstreitkräfte kamen mehr Menschen ums Leben.

Der Bundestag hatte das Mandat für den Einsatz deutscher Soldaten in Afghanistan am Donnerstag um ein weiteres Jahr verlängert. Die Bundeswehr kann damit für den Nato-Einsatz "Resolute Support" weiterhin bis zu 1300 Soldaten einsetzen.

fek/dpa



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