Afghanistan Überfall auf Entwicklungshelfer - ein Vermisster

In Afghanistan sind vier Entwicklungshelfer überfallen worden, ein Mann wurde offenbar entführt. Bei den Opfern handelt es sich um Afghanen, die für ein Subunternehmen der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit arbeiten.


Kabul - Der Überfall ereignete sich in der ostafghanischen Provinz Chost. Nach Behördenangaben handelt es sich um vier Helfer der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), einer staatlichen deutschen Entwicklungshilfeorganisation. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa konnten drei der Männer fliehen. Einer der drei soll verletzt sein. Der vierte Mann werde vermisst und sei möglicherweise entführt worden.

Eine GTZ-Sprecherin in Eschborn bestätigte, dass es bei Chost einen Überfall auf vier Helfer gegeben habe. Es handle sich um afghanische Ingenieure, die für ein Subunternehmen im Auftrag der Organisation arbeiten. Sie seien selbst keine GTZ-Mitarbeiter. Zunächst war von einem Angriff auf vier Deutsche die Rede gewesen.

Zu dem Überfall kam es laut GTZ in etwa 200 Meter Entfernung von einer Techniker-Schule. Das GTZ-Projekt hat zum Ziel, die in den fünfziger Jahren errichtete Schule wieder aufzubauen. Eine Gruppe Bewaffneter sei in die Schule eingedrungen und habe den Helfern Geld und Mobiltelefone abgenommen, sagte Arsala Dschamal, der Gouverneur von Chost.

Es ist nicht der erste Überfall dieser Art: Im März 2006 war ein deutscher Entwicklungshelfer der Deutschen Welthungerhilfe in Nordafghanistan ermordet worden. Die GTZ ist eine der größten Hilfsorganisationen in Afghanistan und wird in der Bevölkerung weithin geschätzt.

ssu/mgb/AP/dpa



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