Afghanistan US-Luftwaffe fliegt Angriffe auf Taliban

In Afghanistan hat die US-Armee ihre Attacken auf die Taliban intensiviert. Nachdem ein Konvoi der Koalitionstruppen überfallen worden war, griffen US-Kampfjets Stellungen der Rebellen an. Es soll etliche Tote gegeben haben.


 Polizei in Kandahar: Im Visier der Taliban
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Polizei in Kandahar: Im Visier der Taliban

Kandahar - Vorausgegangen war der Aktion der amerikanischen Streitkräfte ein Überfall auf einen Konvoi der Koalitionstruppen im Süden Afghanistans. Danach flogen US-Kampfflugzeuge und -hubschrauber Attacken gegen mutmaßliche Rebellenstellungen. 15 bis 20 Extremisten seien dabei am Sonntag getötet worden, erklärten die US-Streitkräfte.

Seit der Schneeschmelze im März haben sich die Angriffe auf Regierungseinheiten sowie die amerikanischen Truppen in den afghanischen Gebirgsregionen erheblich verstärkt. In Kämpfen kamen seither rund 260 Aufständische und 29 US-Soldaten ums Leben.

Weitere US- und afghanische Truppen wurden nach US-Angaben in die Gegend in der Provinz Helmand entsandt. Unterdessen überfielen mutmaßliche Taliban-Kämpfer nach offiziellen Angaben nördlich von Kandahar einen Polizeikonvoi und entführten elf Beamte.

Mullah Latif Hakimi, nach eigener Aussage ein Sprecher der Taliban, bekannte sich zu der Tat. Einer der am Donnerstag Entführten, ein Bezirkspolizeichef, sei anschließend getötet worden. Die anderen zehn seien am Leben.

Im Süden Afghanistans griffen mutmaßliche Taliban-Kämpfer ein Regierungsbüro an und lieferten sich ein zweistündiges Feuergefecht mit Soldaten. Dabei wurden vier Aufständische getötet, wie die Behörden in der Provinz Sabul am Samstag mitteilten. Die Rebellen flohen, nachdem ein amerikanischer Kampfhubschrauber zur Unterstützung der afghanischen Streitkräfte angeflogen war.

In Kandahar schlugen am frühen Sonntagmorgen drei Raketen ein. Verletzt wurde niemand. Der stellvertretende Polizeichef General Salim Chan machte Taliban-Kämpfer für den Angriff verantwortlich. Eine der Raketen schlug auf einem leeren Grundstück neben dem früheren Wohnsitz des flüchtigen Taliban-Führers Mullah Mohammed Omar ein, in dem inzwischen US-Truppen untergebracht sind.

In der Provinz Helmand detonierte eine Bombe am Straßenrand und riss einen afghanischen Soldaten in den Tod. Vier weitere Soldaten erlitten Verletzungen.



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