Afghanistan US-Marines im Kampf um Kandahar

Rund um die letzte von den Taliban gehaltene Stadt Kandahar im Süden Afghanistans ist es am Montagmorgen zu heftigen Kämpfen gekommen. Die USA starten ihren bislang größten Einsatz von Bodentruppen in dem Land.


Auf der Suche nach Bin Laden: US-Marines
AP

Auf der Suche nach Bin Laden: US-Marines

Washington/Kandahar - Wie der US-Sender CNN berichtete, war schweres Artillerie-, Maschinengewehr- und Flugabwehrfeuer in der Stadt zu hören. Unklar sei, ob auch die erst wenige Stunden zuvor bei Kandahar gelandeten US-Marines in die Gefechte verwickelt seien.

Einen Tag nach dem Fall der Taliban-Hochburg Kundus im Norden Afghanistans hatten die USA einen Bodeneinsatz im Süden des Landes begonnen. Mehrere hundert US-Marines landeten am Montag auf einem Flugplatz bei Kandahar, bestätigten namentlich nicht genannte Pentagon-Mitarbeiter. Bei dem bislang größten Einsatz von US-Bodentruppen in Afghanistan sollen binnen 24 Stunden bis zu 1500 Soldaten in die Region Kandahar gebracht werden, hieß es. Auch Panzer und anderes schweres Gerät würden eingeflogen.

Herat: Gefangene Taliban beim Gebet
EPA/DPA

Herat: Gefangene Taliban beim Gebet

Zunächst wurden die Marines von den vor der Küste Pakistans liegenden US-Kriegsschiffen "USS Pelieu" und "USS Bataan" mit Transporthubschraubern nach Afghanistan geflogen. Eine Hauptaufgabe der Soldaten werde es sein, den Topterroristen Osama Bin Laden zu finden, hieß es. Kandahar ist die letzte größere Taliban-Bastion in Afghanistan.

Dagegen beruhigte sich die Lage nach der Gefangenenrevolte in Masar-i-Scharif im Norden des Landes. Nach wie vor ist unklar, wie viele Taliban in dem Gefangenenlager der Nordallianz ums Leben kamen. Es ist von Hunderten Toten die Rede. US-Flugzeuge hatten Angriffe auf das Lager geflogen. Die Aufständischen waren vorwiegend ausländische Taliban-Kämpfer.

In der gefallenen Taliban-Bastion Kundus wurde nur noch sporadischer Widerstand ausländischer Kämpfer gemeldet. Diese hatten angekündigt, bis zum Tode kämpfen zu wollen. Die verschiedenen Truppen der Nordallianz kontrollieren jetzt gut drei Viertel des Landes.



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