Krieg am Hindukusch USA schicken 3000 weitere Soldaten nach Afghanistan

US-Verteidigungsminister Mattis hat angekündigt, mehr als 3000 weitere Soldaten nach Afghanistan zu entsenden. Zudem stimmte der US-Senat für Militärausgaben in Höhe von 700 Milliarden Dollar.

US-Soldaten in Afghanistan
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US-Soldaten in Afghanistan


Die USA schicken mehr als 3000 weitere Soldaten nach Afghanistan. Das sagte Verteidigungsminister James Mattis im Pentagon. Er habe die abschließenden Befehle für die Truppenaufstockung noch nicht unterzeichnet, weil noch Details geprüft würden. Allerdings seien die meisten betroffenen Soldaten schon "auf dem Weg oder dem Befehl unterstellt", sagte Mattis. Er wolle keine weiteren Informationen dazu geben, "die dem Feind helfen".

US-Präsident Donald Trump hatte im August angekündigt, das Truppenkontingent in Afghanistan aufzustocken - eine Abkehr von seinem Wahlkampfversprechen, die US-Soldaten aus Afghanistan abzuziehen. Das US-Militär hat derzeit rund 11.000 Soldaten in Afghanistan. Der Militäreinsatz ist mit fast 16 Jahren der längste in der US-Geschichte.

Die Sicherheitslage in Afghanistan hat sich mit dem Erstarken der radikalislamischen Taliban zuletzt wieder deutlich verschlechtert. Nach Militärangaben kontrollieren die Aufständischen rund elf Prozent des Landes. Weitere knapp 30 Prozent gelten als umkämpft. Die USA haben in Afghanistan zum einen im Rahmen der Nato-Mission "Resolute Support" Ausbilder im Einsatz, zum anderen fliegen sie unabhängig davon auch Luftangriffe und sind mit Spezialkräften vor Ort.

US-Senat stimmt Militärausgaben in Höhe von 700 Milliarden zu

Der US-Senat in Washington verabschiedete am Montag zudem ein Gesetz, das Militärausgaben in Höhe von 700 Milliarden Dollar billigen würde, das sind umgerechnet rund 586 Milliarden Euro. 89 Senatoren stimmten dafür, acht votierten dagegen. Das Paket sieht etwa 640 Milliarden Dollar für den Basishaushalt des Pentagons vor sowie 60 Milliarden Dollar für Kriegseinsätze wie etwa in Afghanistan.

Bei dem sogenannten National Defense Authorization Act handelt es sich um ein Genehmigungsgesetz, das die Höhe der Militärausgaben für das kommende Haushaltsjahr festsetzt. Das Repräsentantenhaus hatte im Juli bereits eine eigene Version verabschiedet. Beide Kammern müssen sich nun auf einen Kompromiss einigen. Dann geht das Gesetz an Präsident Donald Trump.

bam/aar/AFP/dpa



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