Afghanistan Verwirrung um Freilassung südkoreanischer Geiseln

Mit widersprüchlichen Aussagen zum Schicksal der südkoreanischen Geiseln hat ein Talbian-Sprecher in Afghanistan für Verwirrung gesorgt. Zunächst hatte der Mann gesagt, zwei kranke Frauen kämen bald frei, dann berichtete er von einer Kehrtwende. Nun ist angeblich doch alles nur eine Frage der Zeit.


Kabul/Seoul - Ein Taliban-Sprecher sagte heute, die zwei Schwerkranken seien noch in den Händen ihrer Entführer. Über den Stand der Verhandlungen machte er unterschiedliche Angaben. Laut der Nachrichtenagentur Reuters sagte der Mann, es sei nur eine Frage der Zeit, bis die Frauen freikämen. Derselbe Sprecher hatte am Vortag erklärt, die Geiseln seien bereits frei. Er hatte schon in der Vergangenheit teils widersprüchliche Angaben gemacht und dies später auf Kommunikationsprobleme mit den Taliban-Kämpfern geschoben.

Gruppenbild der südkoreanischen Geiseln: Taliban wollen zwei kranke Frauen nun doch nicht freilassen
AFP

Gruppenbild der südkoreanischen Geiseln: Taliban wollen zwei kranke Frauen nun doch nicht freilassen

Nach Angaben der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap hingegen hatte der Sprecher zunächst gesagt, die Taliban hätten ihre Zusage für eine baldige Freilassung komplett zurückgezogen. Die Anführer der Gruppe hätten entschieden, die beiden Frauen in ihrer Gewalt zu behalten, zitierte die Agentur den Taliban-Sprecher Kari Jussif Ahmadi heute. Warum die Taliban ihre Meinung geändert haben sollten, berichtet die Agentur nicht.

Schon am Samstag hatten der Gouverneur der Provinz Ghasni und der afghanische Präsident Hamid Karsai übereinstimmend erklärt, sie wüssten nichts von einer solchen Freilassung. Die südkoreanische Regierung wollte nun keinen Kommentar abgeben. Sie stehe weiter in Kontakt zu den Taliban, hieß es aus Seoul lediglich. Die Taliban und Südkorea verhandeln seit Freitag direkt über eine Lösung. Sie sollten ihre Beratungen heute fortsetzen.

Neben den 21 Südkoreanern ist auch ein deutscher Ingenieur in der Hand von Rebellen. Er war einen Tag vor den Asiaten gemeinsam mit einem Kollegen entführt worden, der inzwischen von den Geiselnehmern getötet wurde. Ob hinter der Entführung des Deutschen auch die Taliban stecken, ist unklar. Zum Schicksal des Bauingenieurs gab es am Samstag keine neuen Informationen.

Am 19. Juli waren insgesamt 23 Mitglieder einer südkoreanischen Kirchengruppe entführt worden. Zwei männliche Geiseln wurden später von ihren Entführern erschossen.

ffr/Reuters/dpa/AFP



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