Afghanistan Viele Tote bei Anschlag in Kabul

Bei einem Selbstmordanschlag in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind nach Angaben des Verteidigungsministeriums mindestens neun Menschen getötet worden. Ein Motorradfahrer habe sich vor einem Ausbildungszentrum der afghanischen Armee in die Luft gesprengt, teilte die Polizei mit.


Kabul - Mindestens zwanzig Menschen seien verletzt worden, hieß es. Zum Zeitpunkt des Anschlags wollten die Rekruten und Offiziere in Busse steigen, um nach Hause zu fahren. Drei Busse wurden beschädigt. Es war der blutigste Anschlag seit den Parlamentswahlen in Afghanistan am 18. September.

Zu der Bluttat bekannten sich die radikalislamischen Taliban. Ihr selbst ernannter Sprecher Latifullah Hakimi erklärte: "Ich bestätigte, dass Mullah Sardar Mohammed, einer der Mudschaheddin, einen Selbstmordanschlag auf afghanische Soldaten verübt hat." Der afghanische Präsident Hamid Karsai verurteilte den Anschlag scharf.

Das Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Potsdam teilte mit, unter den Opfern seien keine deutschen Soldaten und keine Mitglieder der Brigade der internationalen Schutztruppe Isaf. Ein Sprecher sagte, den ersten Informationen zufolge seien zwei Busse explodiert. Isaf-Soldaten seien nicht in unmittelbarer Nähe gewesen. Auch ausländische Reporter berichteten, dass Isaf-Soldaten nicht Ziel des Anschlags gewesen seien.

In diesem Jahr kamen bislang mehr als 1000 Menschen bei Zusammenstößen zwischen radikal-islamischen Aufständischen und Sicherheitskräften ums Leben. In Afghanistan sind zur Friedenssicherung auch rund 2200 Bundeswehrsoldaten stationiert. Der Bundestag stimmte heute mit klarer Mehrheit für eine Ausdehnung und Aufstockung des Einsatzes.



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