Afghanistan Viele Zivilisten sterben bei Anschlägen

Gewalt in Afghanistan: Zehn Zivilisten sind bei Anschlägen ums Leben gekommen. Bei einem Angriff auf eine US-Patrouille wurden vier Soldaten verletzt. Zwei Soldaten der Internationalen Schutztruppe starben bei einer Hubschrauberexplosion.

Hubschrauber vom Typ Chanook: Explosion nach Landung
Getty Images

Hubschrauber vom Typ Chanook: Explosion nach Landung


Kabul - Die Gewalt in Afghanistan ebbt nicht ab: Bei Anschlägen sind in Afghanistan mindestens zehn Zivilisten gestorben. In der Provinz Paktika im Osten des Landes wurde ein Auto von einer Rakete getroffen. Sechs Insassen wurden getötet, darunter eine Frau und zwei Kinder, wie das Innenministerium mitteilte. In der Provinz Sabul kamen am Montagabend vier Insassen eines Fahrzeugs bei der Explosion einer am Straßenrand gelegten Bombe um, wie ein Sprecher des Provinzgouverneurs sagte.

Zudem wurden bei einer Explosion an Bord eines Hubschraubers der Internationalen Schutztruppe Isaf im Osten Afghanistans mindestens zwei Menschen getötet und weitere zehn verletzt. Die Ursache der Explosion ist bislang unklar, über die Nationalität der Opfer gibt es bislang keine offiziellen Informationen. An Bord des Hubschraubers vom Typ Chinook waren 26 Personen. Alle Verletzten seien Mitglieder der Isaf-Truppe, hieß es.

Flugzeugabstürze kommen in Afghanistan vergleichsweise häufig vor, Explosionen an Bord sind aber extrem selten. Kämpfer der radikalislamischen Taliban haben mehrmals Hubschrauber der ausländischen Truppen in Afghanistan abgeschossen.

Vier amerikanische Soldaten erlitten am Montagabend Verletzungen, als neben ihrem Fahrzeug bei einer Patrouille eine Landmine explodierte. Der Vorfall ereignete sich im Distrikt Chahar Darreh in der Provinz Kunduz. Die Verletzten seien zur Behandlung ins deutsche Feldlager gebracht worden, sagte der Polizeikommandant des Distrikts auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE. Unter Zivilisten habe es keine Verletzten gegeben. Die Taliban bekannten sich zu dem Anschlag. Sie hätten die Explosion der Mine mit einem Fernzünder ausgelöst.

Italien will ab 2011 Truppen abziehen

Unterdessen hat Italien angekündigt, im kommenden Jahr mit dem Abzug seiner Truppen aus Afghanistan ´zu beginnen. Der italienische Außenminister Franco Frattini sagte der Zeitung "La Repubblica", dass die ersten Soldaten im Sommer 2011 das Land verlassen sollten. Der Abzug solle 2014 abgeschlossen sein. Italien hat 3400 Soldaten in Afghanistan stationiert, bis Ende des Jahres soll die Zahl noch auf 4000 steigen. Sie sind vor allem im Westen des Landes im Einsatz.

Am Wochenende waren vier italienische Soldaten in der westafghanischen Provinz Farah ums Leben gekommen. Die Soldaten waren nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Rom in einen Hinterhalt geraten, als sie einen Konvoi mit 70 zivilen Lastwagen begleiteten. Zunächst sei ein Sprengsatz explodiert, dann hätten die Aufständischen das Feuer eröffnet. Seit Beginn des Einsatzes sind 34 italienische Soldaten in Afghanistan gestorben.

ulz/dapd/Reuters/dpa



insgesamt 2 Beiträge
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mmk749 12.10.2010
1. Eine ganz neue Erkenntnis
Zitat von sysopGewalt in Afghanistan: Zehn Zivilisten sind bei Anschlägen ums Leben gekommen. Bei einem Angriff auf eine US-Patrouille wurden vier Soldaten verletzt. Zwei Soldaten der Internationalen Schutztruppe starben bei einer Hubschrauber-Explosion. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,722616,00.html
daß die islamischen Terroristen mehr Moslems töten als nicht Moslems.
Guitas 12.10.2010
2. Afghanistan: Zivilisten sterben,
...zu viele in Afghanistan, als auch Schutztruppen. Wie viel steckt man noch an Kapital in das korrupte Land? Wenn die Taliban jetzt mit an den Verhandlungstisch kommen, kann man das Gefühl bekommen, wofür eigentlich die deutschen und restlichen Natotruppen gestorben sind?! Die Politiker, die alles "aushecken", die sollten an die Front, man glaubt es nicht, wie schnell dann Eskalationen verstummt sind! So auch in Afghansistan, dort Karzai gegen Talibanführer! 1. keiner wird kommen! 2. Man entsendet Vertreter! 3. Offenes Ende, bis in die Ewigkeit... Kapital- und Drogenfluss mit aller Intensität stoppen! Dann ist endlich Ruhe; aber offensichtlich haben andere Kräfte daran interesse, dass das so läuft, wie es läuft!
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