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10. April 2008, 20:03 Uhr

Afghanistan

Weitere Bundeswehr-Patrouille unter Beschuss

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Kurz nach einem missglückten Anschlag auf eine Bundeswehr-Streife ist nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen noch ein weiterer Trupp mit deutschen Soldaten beschossen worden. Nach dem Angriff nahe des deutschen Camps kam es zu einem Feuergefecht, verletzt wurde aber niemand.

Berlin – Nur wenige Stunden nach dem missglückten Selbstmordanschlag auf einen Bundeswehr-Konvoi am Mittwochnachmittag (Ortszeit) sind nach Informationen von SPIEGEL ONLINE noch weitere deutsche Soldaten angegriffen worden. Der Spähtrupp war demnach mit zwei Fennek-Fahrzeugen gegen 20 Uhr gerade aus dem Lager in Kunduz herausgefahren, als die Deutschen mit Maschinengewehren und Panzerfäusten beschossen worden.

Bundeswehr-Soldat in Afghanistan: Feuergefecht am Soldatencamp
DDP

Bundeswehr-Soldat in Afghanistan: Feuergefecht am Soldatencamp

Die Soldaten reagierten auf den Beschuss, der ein Tarnnetz an einem Wagen in Brand setzte, mit eigenem Feuer aus der Bordkanone der Fennek. Ob bei dem Feuergefecht Angreifer verletzt oder gar getötet worden sind, war zunächst nicht zu erfahren. Der Spähtrupp kehrte umgehend ins Lager zurück, deutsche Soldaten wurden bei dem Vorfall nicht verletzt.

Nur kurz zuvor hatte sich ebenfalls in Kunduz ein Attentäter am Mittwochabend westlich der Provinzmetropole zwischen zwei gepanzerten Fahrzeugen mit deutschen Soldaten in die Luft gesprengt. Der Attentäter wurde getötet, sonst kam niemand zu Schaden. Die Soldaten waren nach Bundeswehr-Angaben sechs Kilometer westlich ihres Feldlagers in Kunduz unterwegs.

Beide Vorfälle illustrieren die immer schlechter werdende Sicherheitslage rund um Kunduz. In den vergangenen Wochen war es immer wieder zu kleineren Angriffen gekommen. Auch eine extra aus Deutschland geschickte Fallschirmjäger-Einheit konnte bisher die Attacken nicht abstellen. Die Soldaten versuchen mit verstärkten Streifen gerade in der Nacht Waffenlager und Stellungen für Raketen zu finden.

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