Afghanistan Frauen und Kinder immer häufiger Opfer von Anschlägen

Nach dem Ende des Nato-Kampfeinsatzes in Afghanistan sind so viele Frauen und Kinder getötet oder verletzt worden wie nie zuvor. Die Gesamtzahl der zivilen Opfer ist ebenfalls auf einem neuen Höchststand.
Nach einem Selbstmordanschlag in Kabul: Statistik spiegelt nicht den Horror

Nach einem Selbstmordanschlag in Kabul: Statistik spiegelt nicht den Horror

Foto: STR/ AP/dpa

Neun Tote und 18 Verletzte - jeden Tag. Die Zahl der zivilen Opfer in Afghanistan ist so hoch wie nie. Insgesamt starben im ersten Halbjahr dieses Jahres 1592 Zivilisten, 3329 wurden verletzt. Das geht aus einem Bericht der Uno-Mission in Afghanistan hervor. Insgesamt stieg die Zahl der zivilen Opfer um ein Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Unter den Opfern sind in den ersten sechs Monaten dieses Jahres besonders viele Frauen und Kinder gewesen. Dem Bericht zufolge stieg die Zahl bei den Frauen um 23 Prozent, bei Kindern um 13 Prozent. Konkret heißt es, bis Ende Juni seien in diesem Jahr 164 getötete und 395 verletzte Frauen sowie 320 getötete und 950 verletzte Kinder registriert worden.

"Die nackte Statistik ziviler Opfer spiegelt nicht in ausreichendem Maße den Horror der Gewalt in Afghanistan wider", sagte der Leiter der Mission, Nicholas Haysom.

Der internationale Kampfeinsatz in Afghanistan war im Dezember nach 13 Jahren zu Ende gegangen. Es blieben zwar 13.000 Soldaten zur Ausbildung und Beratung der afghanischen Sicherheitskräfte im Land, doch die alleinige Verantwortung für die Sicherheit liegt bei den Afghanen. Die USA gehen allerdings weiterhin mit Spezialkräften und Luftangriffen gegen Extremisten vor.

Der Experte Graeme Smith von der International Crisis Group sagte, die Opferzahl sei gestiegen, weil die Taliban gegenüber den afghanischen Kräften kühner auftreten würden. Die Uno machte die Taliban und andere Aufständische für 70 Prozent der zivilen Opfer verantwortlich.

vks/dpa/AFP
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