Afghanistan Tödliche Schüsse auf zwei Frauen aus Finnland

In der Stadt Herat im Westen Afghanistans sind zwei Ausländerinnen von Unbekannten erschossen worden. Es handelt sich bei den Opfern um zwei Frauen aus Finnland, die für eine internationale Hilfsorganisation im Einsatz waren.

Abtransport einer Leiche in Herat: Tödliche Schüsse auf zwei Ausländerinnen.
DPA

Abtransport einer Leiche in Herat: Tödliche Schüsse auf zwei Ausländerinnen.


Kabul - Unbekannte Bewaffnete haben am Donnerstag in der westafghanischen Stadt Herat zwei Ausländerinnen durch Schüsse getötet. Die Frauen seien in einem Taxi unterwegs gewesen, als sie von einem Motorrad aus angegriffen worden seien, sagte der Gouverneur der Provinz Herat, Sajed Fasullah Wahidi, SPIEGEL ONLINE. Demnach arbeiteten die Opfer als Psychiaterinnen für die internationale Hilfsorganisation IAM.

Bei den Opfern handelt es sich um Finninnen. Das Innenministerium in der Hauptstadt Kabul gab an, dass am Anschlagsort ein Mensch festgenommen worden sei. Die beiden Angreifer auf dem Motorrad konnten demnach aber fliehen. Nach ihnen werde gefahndet, sagte ein Ministeriumssprecher.

Der Fall erinnert an die Ermordung der deutschen Kriegsreporterin Anja Niedringhaus, die im April dieses Jahres in Afghanistan erschossen wurde, ihre Kollegin Kathy Gannon wurde schwer verletzt. Ein Gericht in Kabul verhängte am Mittwoch gegen den Mörder, einen ehemaligen Polizisten, die Todesstrafe.

Die Sicherheitslage in Afghanistan hatte sich zuletzt wieder verschlechtert. Von Januar bis Juni registrierte die Uno 1564 zivile Todesopfer, 17 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Weitere 3289 Zivilisten wurden demnach verletzt, was einer Steigerung um 28 Prozent verglichen mit dem ersten Halbjahr 2013 entsprach.

als/AFP; Mitarbeit: Shoib Najafizada



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