Uno warnt vor tödlicher Hungerkrise "Es ist schon fast zu spät"

Mehr als 260.000 Menschen könnten sterben: Die Uno befürchtet eine dramatische Hungerkrise in Teilen Afrikas und Asiens. Vor allem kleine Kinder leiden unter ausgefallenen Ernten.

Frau mit Kind in Nigeria
AFP/ Getty Images

Frau mit Kind in Nigeria


Etwa 20 Millionen Menschen sind wegen einer Dürreperiode und regionaler Konflikte von einer Hungersnot bedroht. Seit Monaten warnen die Vereinten Nationen vor diesem Szenario - doch aus Sicht von Flüchtlingshelfern tut sich zu wenig: Für die Menschen in Äthiopien, Südsudan, Somalia, Nigeria und Jemen könnte das tödliche Folgen haben.

"Das Risiko eines Massensterbens am Horn von Afrika wächst", sagte Adrian Edwards vom Uno-Flüchtlingshilfswerk UNHCR nun in Genf. "Eine vermeidbare humanitäre Krise in der Region, die schlimmer sein könnte als die von 2011, wird bald unabwendbar. Es ist schon fast zu spät." 2011 waren in der Region 260.000 Menschen ums Leben gekommen.

Das Spendenaufkommen sei alarmierend gering. Mitte Februar hatte die Uno die internationale Gemeinschaft um Spenden in Höhe von 4,4 Milliarden Dollar gebeten. Davon sind bisher lediglich 21 Prozent eingegangen, wie das Uno-Nothilfebüro mitteilte.

Allein in Südostäthiopien seien 50 bis 79 Prozent der Kinder bis fünf Jahren akut unterernährt, so Edwards. Insgesamt seien 20 Millionen Menschen von Dürren betroffen. Mehrere Ernten seien ausgefallen. Nun habe örtlich endlich etwas Regen eingesetzt, aber es dauere, bis die Felder wieder bestellt werden könnten, so Edwards.

Unter den Betroffenen seien auch mehr als vier Millionen Menschen, die vor Gewalt und Konflikten flohen. Insbesondere in Nigeria und im Südsudan verschlimmern bewaffnete Konflikte die Situation, weil Hilfe wegen der gefährlichen Lage nicht zu den Menschen gelangt.

sep/dpa/AFP



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