Sondergipfel in Kairo Afrikanische Union gibt Militärrat im Sudan mehr Zeit für Übergang

Die Afrikanische Union hat in Kairo über die Lage in Sudan und Libyen beraten. Nach dem Putsch hat der Militärrat in Sudan nun drei Monate Zeit, um die Macht an eine zivile Regierung zu übergeben.

Ägyptens Präsident Abdel Fattah el-Sisi (Mitte) mit verschiedenen Staatsoberhäuptern der Afrikanischen Union in Kairo
The Egyptian Presidency/ REUTERS

Ägyptens Präsident Abdel Fattah el-Sisi (Mitte) mit verschiedenen Staatsoberhäuptern der Afrikanischen Union in Kairo


Bei einem Sondergipfel in Kairo hat die Afrikanische Union (AU) dem Militärrat im Sudan mehr Zeit gegeben, die Macht nach dem Putsch an eine zivile Regierung zu übergeben. In dem afrikanischen Land müsse schnell ein verfassungskonformes System hergestellt werden, sagte Ägyptens Präsident Abdel Fattah el-Sisi . Ein Sprecher el-Sisis präzisierte, dass der militärische Übergangsrat weitere drei Monate Zeit bekäme, die Führung abzugeben.

Die Afrikanische Union hatte sich zu einem Sondergipfel getroffen, um über die instabile Lage im Sudan sowie im Bürgerkriegsland Libyen zu beraten. Staatsoberhäupter mehrerer afrikanischer Länder sprachen in Kairo unter Führung el-Sisis über die Lage in den beiden Ländern.

Militärrat will zwei Jahre im Amt bleiben

Im Sudan hatte das Militär Mitte des Monats nach anhaltenden Massenprotesten Langzeitpräsident Omar al-Baschir gestürzt und die Macht übernommen. Die seither regierenden Generäle verhandeln derzeit mit der Opposition über die Bildung einer Übergangsregierung.

Sie hatten zunächst verkündet, in den nächsten zwei Jahren werde ein Militärrat das Land regieren. Erst am Ende dieser Übergangsperiode sollten Wahlen stattfinden. Die Verfassung sei so lange ausgesetzt.

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Die Afrikanische Union hatte den Militärrat vergangene Woche aufgefordert, die Macht bis Ende dieses Monats abzugeben, andernfalls werde die Mitgliedschaft des Landes in der AU suspendiert. Auf dem Sondergipfel habe man sich aber dazu entschlossen, mehr Zeit zu geben, sagte el-Sisi, der derzeit den Vorsitz der AU innehat.

Zudem forderte el-Sisi die internationale Gemeinschaft auf, der Wirtschaft des Sudans zu helfen und den politischen Wandel zu unterstützen. Die wirtschaftliche Krise stelle eine große Hürde dar. Der internationalen Gemeinschaft käme eine wichtige Rolle dabei zu, die Lage im Land zu verbessern.

In Sudan rief indes eine der prominentesten Demonstrantinnen zu weiteren Protesten auf. Die Revolution sei noch nicht vorüber, sagte Alaa Salah, die durch ein virales Video während der monatelangen Proteste bekannt geworden war. Zunächst müsse die komplette Führung entfernt werden, die für Mord und Tyrannei stehe.

mfh/dpa



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