Ahmadinedschad Israels Offensive beeinflusst Antwort im Atomstreit

In gut drei Wochen will Iran auf das Angebot des Westens im Atomstreit antworten - die Reaktion aus Teheran wird allerdings nach Worten von Irans Präsident Ahmadinedschad durch die jüngsten Angriffe der Israelis auf den Libanon und im Gaza-Streifen belastet.


Teheran - Das Angebot der fünf ständigen Mitglieder im UN-Sicherheitsrat und Deutschlands werde unter Berücksichtung "unserer Interessen und legitimen Rechte" geprüft, sagte Ahmadinedschad vor Journalisten in Teheran. Die Ereignisse im Libanon und den Palästinensergebieten würden aber Auswirkungen auf die Antwort haben, die zum erwarteten Zeitpunkt kommen werde, betonte der iranische Staatschef.

Irans Präsident Ahmadinedschad: Israels Offensive belastet Atomstreit
DPA

Irans Präsident Ahmadinedschad: Israels Offensive belastet Atomstreit

Der Regierung in Teheran liegt seit dem 6. Juni ein Angebotspaket im Atomstreit vor. Es bietet dem Iran insbesondere wirtschaftliche Anreize im Gegenzug für eine Aussetzung seines Programms zur Urananreicherung. Der Iran hatte angekündigt, am 22. August auf den Vorschlag zu antworten.

Der iranische Außenminister Manuschehr Mottaki forderte die Uno auf, einen Stopp der israelischen Offensive zu erreichen und die Verantwortlichen wegen Menschenrechtsverbrechen zu verfolgen. Die Schuld für die "Katastrophe" von Kana trügen die USA und Israel, zitierte die Nachrichtenagentur Isna den Minister. Bei einem israelischen Angriff auf das südlibanesische Dorf waren am frühen Sonntagmorgen mehr als 50 Zivilisten getötet worden, mehr als die Hälfte von ihnen Kinder.

Unterdessen äußerte der Chef der iranischen Revolutionsgarden, Jahija Rahim Safawi, "die Hoffnung, eines Tages das Blut der Unschuldigen" im Libanon, den Palästinensergebieten, dem Irak und in Afghanistan "rächen" zu können. Die halbamtliche Nachrichtenagentur Fars zitierte ihn weiter mit den Worten: "Wir müssen in unseren Herzen diesen heiligen Hass gegen die Feinde des Islam lebendig erhalten, bis die Zeit der Rache gekommen ist."

reh/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.