Ermittlungen Wahlverlierer Schafik verlässt Ägypten

Anderthalb Tage nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses in Ägypten hat der unterlegene Präsidentschaftskandidat Ahmed Schafik das Land verlassen. Er flog in die Vereinigten Arabischen Emirate. Wenige Stunden zuvor wurden Ermittlungen gegen ihn eingeleitet.

Wahlverlierer Schafik: Ausreise in die Vereinigten Arabischen Emirate
AP

Wahlverlierer Schafik: Ausreise in die Vereinigten Arabischen Emirate


Kairo - Der bei der Stichwahl um das ägyptische Präsidentenamt unterlegene Kandidat hat das Land verlassen. Ahmed Schafik flog am Dienstagmorgen nach Abu Dhabi in die Vereinigten Arabischen Emirate. Schafik habe gemeinsam mit zwei Töchtern und drei Enkelkindern eingecheckt, bestätigten Sicherheitskreise am Flughafen in Kairo.

Auch die Zeitung "Egypt Independent" berichtete von Schafiks Abflug. Wie die Nachrichtenagentur Mena berichtete, kam der Politiker erst 15 Minuten vor Start seiner Maschine am Flughafen an.

Wenige Stunden zuvor hatte die Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen des Vorwurfs eingeleitet, Schafik habe während seiner Zeit als Luftverkehrsminister unter dem langjährigen Machthaber Husni Mubarak öffentliche Mittel verschwendet. Auf dem Höhepunkt der Unruhen ernannte Mubarak ihn zum Ministerpräsidenten.

Nach Angaben des staatlichen Internetportals "al-Ahram" ist Schafik zu einer bereits länger geplanten Pilgerfahrt in die den Muslimen heilige Stadt Mekka in Saudi-Arabien aufgebrochen.

Schafik war in der Stichwahl am 16. und 17. Juni dem Kandidaten der konservativ-islamischen Muslimbruderschaft, Mohammed Mursi, unterlegen. Schafik scheiterte mit 48,3 Prozent, Mursi erhielt 51,7 Prozent.

Um den neuen Präsidenten Mursi hatte es am Montag Verwirrung gegeben: Er soll am Sonntag in einem Interview mit der iranischen Nachrichtenagentur Fars gesagt haben, er suche eine Annäherung an Iran und wolle den Friedensvertrag mit Israel überprüfen. Mursi ließ die Meldung später dementieren. "Der Präsident hat dieser Agentur kein Interview gegeben, und das, was veröffentlicht wurde, entbehrt jeder Grundlage", sagte sein Sprecher der staatlichen ägyptischen Nachrichtenagentur Mena.

fab/heb/dapd

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schon,aber 26.06.2012
1. Nadschibullah
Zitat von sysopAPAnderthalb Tage nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses in Ägypten hat der unterlegene Präsidentschaftskandidat Ahmed Schafik das Land verlassen. Er flog in die Vereinigten Arabischen Emirate. Wenige Stunden zuvor wurden Ermittlungen gegen ihn eingeleitet. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,841020,00.html
Dem Schafik ist bestimmt noch das Schicksal Nadschibullahs in Erinnerung. Die Geschichte Afghanistans - Im 30-jährigen Krieg - Bild 8 - Afghanistan - Politik - sueddeutsche.de (http://www.sueddeutsche.de/politik/die-geschichte-afghanistans-im-jaehrigen-krieg-1.521873-8)
Linientreu 26.06.2012
2. Mit 48,3 Prozent...
... ist der Mann natürlich eine Gefahr für Mursi und gehört beseitigt. -> War doch vollkommen klar das es so kommt. Jetzt werden halt irgendwelche Gründe gefunden um die Gegenseite kalt zustellen. Man kann sich jetzt für die nächsten 25 Jahre auf Präsident Mursi einstellen
Sherlock70 26.06.2012
3. Salzstange
Zitat von Linientreu... ist der Mann natürlich eine Gefahr für Mursi und gehört beseitigt. -> War doch vollkommen klar das es so kommt. Jetzt werden halt irgendwelche Gründe gefunden um die Gegenseite kalt zustellen. Man kann sich jetzt für die nächsten 25 Jahre auf Präsident Mursi einstellen
Ein Präsident von Gottes Gnaden, wohlgemerkt.
sniffydog1 26.06.2012
4. Der ist doch nur seinem Geld nachgereist...?
Es bestaende aber auch die Moeglichkeit,dass er es vorzieht in angenehmerer Umgebung alt zu werden.Das noetige Kleingeld hat er sicher vorausgeschickt.
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