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Airbus A400M: Der Crash von Sevilla

Foto: MARCELO DEL POZO/ REUTERS

Transport-Airbus der Bundeswehr Deutscher A400M soll Mitte Juli wieder fliegen

Trotz des Airbus-Crashs in Spanien lässt die Bundeswehr ihren A400M wieder starten. Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE genehmigte die Luftwaffe die Rückkehr des Transportfliegers zum Testbetrieb - unter Auflagen.

Anderthalb Monate nach dem tödlichen Crash eines Airbus A400M in Spanien will die Luftwaffe den Testbetrieb mit dem deutschen Militärtransporter wieder aufnehmen. Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE ordnete Luftwaffen-Inspekteur Karl Müllner am Dienstag an, dass die in Wunstorf stationierte Maschine ab Mitte Juli wieder fliegen soll. Vorher sollen allerdings die Mannschaften genau über die Unfallursache in Spanien informiert werden, zudem werden weitere Mängel an dem Flieger untersucht.

Nach dem Absturz eines A400M bei Sevilla am 9. Mai hatte die Luftwaffe die Flüge des modernen Transportflugzeugs umgehend ausgesetzt, um die Unfalluntersuchungen abzuwarten. Mittlerweile fand man heraus, dass ein Softwareproblem in der Steuerung der Triebwerke dazu geführt hatte, dass drei von vier Triebwerken kurz nach dem Start in der Leerlaufposition einfroren.

In der Folge konnten die Piloten des nagelneuen A400M, der ans türkische Militär ausgeliefert werden sollte, die Triebwerke nicht mehr kontrollieren und verloren massiv an Schub. Die Maschine kollidierte mit einem Hochspannungsmast und stürzte ab. Bei dem Crash kamen vier Airbus-Techniker ums Leben, zwei wurden schwer verletzt aus den brennenden Trümmern gezogen.

Bisher geht man davon aus, dass die Software zur Triebwerksteuerung bei der Unglücksmaschine falsch aufgespielt wurde. Der Hersteller Airbus hat bereits eingestanden, dass Qualitätsmängel bei der Endfertigung zu der Tragödie geführt haben. Airbus empfahl deswegen allen A400M-Kunden ein Test-Programm um die Fehler zu entdecken. Durch Tests hat die Luftwaffe herausgefunden, dass die fehlerhafte Software, die den Crash auslöste, nicht auf dem deutschen A400M aufgespielt worden war.

Luftwaffen-Crews trainieren im Simulator

In den letzten Tagen hatte der Flugsicherheitsausschuss der Bundeswehr mehrmals die Zukunft des A400M beraten. Das Gremium genehmigte den Weiterbetrieb unter der Auflage, dass die Mannschaften noch einmal mit einer Simulation im Flugzeug in die Situation, die zum Crash führte, eingewiesen werden. So soll eine "Maximierung der Sicherheit" erreicht werden, hieß es bei der Luftwaffe.

Abseits der Software-Probleme sollen bis Mitte Juli auch weitere Mängel am A400M behoben werden. Zum einen hatte die Luftwaffe in Malaysia kürzlich Materialprobleme mit Bolzen festgestellt, die das Heckruder halten. Daneben sind Checks aller sicherheitsrelevanten Bereiche des Flugzeugs mit einem Endoskop angeordnet worden, da dort in den letzten Monaten lose Teile gefunden worden waren.

Für den Hersteller dürfte das grüne Licht für den weiteren Testbetrieb in Deutschland eine gute Nachricht sein. Der Crash in Sevilla war für Airbus ein Schock, seit Jahren ringt der Flugzeugbauer mit Problemen beim A400M. Auf den neuen Transport-Flieger warten viele Kunden - in Europa und weltweit.

Flug vor großem Publikum auf der Messe in Paris

Wegen der immer neuen Verzögerungen verlängerte die Luftwaffe bereits die Lebenszeit der altersschwachen "Transall"-Flieger um die Transportkapazitäten aufrecht zu halten. Airbus liegt beim Zeitplan für den A400M weit zurück. Deutschland hatte 53 der modernen Transportflieger bestellt, die Auslieferung aber verzögerte sich immer wieder. Bisher verfügt die Luftwaffe nur über ein Exemplar; im Laufe dieses Jahres soll noch ein weiteres dazu kommen.

Mit der deutschen Flugerlaubnis läuft der Betrieb des A400M international nun langsam wieder an. Frankreich hatte den Transporter trotz des Crashs bei Sevilla weiter fliegen lassen, auch Spanien erlaubte in den letzten Tagen den Flugbetrieb wieder.

Symbolisch ließ der Hersteller am Montag einen A400M auf der viel beachteten Flugmesse nahe Paris vor großem Publikum aufsteigen, die Messe gilt als internationaler Showroom der Industrie und als der Treffpunkt der Industrie.

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