Mali Al-Qaida bekennt sich zu Mord an französischen Reportern

Verschleppt und erschossen: Zwei französische Reporter sind in Mali ermordet worden. Jetzt hat die Terrorgruppe al-Qaida im islamischen Maghreb ein Bekennerschreiben veröffentlicht.

Französische Soldaten in Mali (Archivbild): Offensive gegen islamistische Milizen
REUTERS

Französische Soldaten in Mali (Archivbild): Offensive gegen islamistische Milizen


Paris - Die Tat sei die Antwort auf die "Verbrechen", die Frankreich täglich in Mali verübe: Mit der Begründung hat sich die Terrororganisation al-Qaida im islamischen Maghreb (AQMI) zur Ermordung von zwei Mitarbeitern des französischen Radiosenders RFI bekannt. Die mauretanische Nachrichtenwebsite Sahara Media zitierte am Mittwoch aus dem Bekennerschreiben. Der französische Präsident François Hollande und sein Volk führten in Mali einen neuen Kreuzzug gegen Muslime, heißt es darin.

Die RFI-Korrespondentin Ghislaine Dupont und ihr Techniker Claude Verlon waren am Wochenende von vier bewaffneten Männern in einem Geländewagen verschleppt worden.Kurz darauf wurden sie erschossen aufgefunden. Sie sollen für eine Reportage bei der Malischen Solidaritätsbank in Kidal gewesen sein. Die Stadt liegt 1500 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Bamako und ist eine Hochburg der Tuareg.

Die französische Armee hatte Anfang dieses Jahres eine Offensive gegen die islamistischen Milizen gestartet, die bis dahin fast den gesamten Norden Malis unter ihre Kontrolle gebracht hatten und in Richtung Süden vorrückten. Nachdem die Aufständischen erfolgreich zurückgedrängt worden waren, wurden Ende Juli Präsidentschaftswahlen abgehalten.

Derzeit sind noch knapp 3000 französische Soldaten in dem westafrikanischen Land stationiert, um die Parlamentswahl mit dem ersten Wahlgang am 24. November abzusichern. Anfang 2014 soll die Truppenstärke nach Angaben der Regierung in Paris auf rund tausend Mann verringert werden.

Erst kürzlich waren vier französische Geiseln nach dreijähriger Geiselhaft in Niger freigelassen worden. Die Terrororganisation al-Qaida im Maghreb hatte sie nahe der Stadt Arlit entführt und in Mali gefangengehalten. In Arlit fördert der französische Energiekonzern Areva Uranerz.

vks/dpa/AFP



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duke183 06.11.2013
1. Tuareg
Diese angeblichen "Islamistischen Milizen" sind in Wahrheit muslimische Tuareg, die um einen Lebensraum kämpfen! Ihnen den Islamismusstempel aufzudrücken macht es aber bequemer, der islamophoben westlichen Gesellschaft diesen Krieg zu erklären
Ariwer 07.11.2013
2. Ich habe so
meine Probleme mit dem Begriff al Qaida. Woher diese Begrifflichkeit stammt, ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Die Nutzung als Universal-Vehikel zur Kennzeichnung antiamerikanischer bzw. antijüdischer Aktivitäten weltweit ist in seiner faktischen Schwammigkeit unübertroffen. Mit diesem Begriff wird eine Universalschuld postuliert, welche immer die Bedrohung westlicher Werte transportiert. Wenn man bedenkt, in welchen Regionen sich die "al Qaida" weltweit manifestiert, zeigt doch, wie phantastisch diese "Organisation" sein muss. Nationale Befreiungs- bzw. Unabhängigkeitsbewegungen, welche ihr international verbrieftes Recht auf Selbstbestimmung geltend machen wollen, werden so stigmatisiert und in die terroristische Ecke gerückt. Mein Problem mit Al Qaida bleibt...
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