Al-Qaida Bin Laden verliert laut Studie Rückhalt in islamischen Staaten

Osama Bin Laden und sein Terrornetzwerk al-Qaida verlieren in der Bevölkerung islamischer Staaten offenbar zunehmend an Unterstützung. Das ist das Ergebnis einer Studie in sechs Ländern von Marokko bis Indonesien. In Deutschland haben demnach zudem 47 Prozent eine schlechte Meinung von Muslimen.


Washington - In mehreren islamischen Ländern schwinde der Rückhalt für Bin Laden und die Sympathie für Selbstmordanschläge, berichtete Andrew Kohut, Direktor des US-Forschungszentrums Pew. Das Institut führt den Rückgang auf die unmittelbare Erfahrung von Terror-Anschlägen zurück.

Im Libanon fiel der Anteil derjenigen, die Selbstmordanschläge und andere Gewalttaten zur Verteidigung des Islams für gerechtfertigt halten, von 73 Prozent im Sommer 2002 auf 39 Prozent. In Marokko ging dieser Wert von 40 auf 13 Prozent zurück. In der Türkei blieb der Anteil der Gewaltbefürworter dagegen auf gleichbleibend niedrigem Niveau, in Jordanien stieg er leicht an.

Die Studie beruht auf Meinungsumfragen in insgesamt 17 Ländern, die vor den Terroranschlägen von London vorgenommen wurden. Demnach beurteilen junge Menschen in Marokko, im Libanon sowie in Pakistan und in der Türkei die USA vorteilhafter als die jeweilige Gesamtbevölkerung.

Gemessen an der Gesamtbevölkerung gibt es klare Mehrheiten mit einer negativen Sicht der USA im Libanon, in Pakistan, der Türkei, Jordanien und Indonesien. In Marokko ist das Meinungsbild etwa gleichmäßig geteilt.

In Deutschland wurde nach der Haltung zu gesetzlichen Einschränkungen beim Tragen des Kopftuchs gefragt. Hier ermittelte Pew eine Zustimmung von 54 Prozent, verglichen mit 78 Prozent in Frankreich. 47 Prozent der befragten Deutschen sagten, sie hätten eine unvorteilhafte Meinung von Muslimen. Am höchsten war dieser Wert mit 51 Prozent in den Niederlanden. In Frankreich erklärten 34 Prozent, ein negatives Bild von Muslimen zu haben. In den USA waren es 22 Prozent.



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