Al-Qaida Führer Mutmaßlicher Bali-Bomber in Pakistan festgenommen

Er war der meistgesuchte Terrorist Indonesiens: Jetzt wurde der Al-Qaida-Führer Umar Patek in Pakistan gefasst. Er soll die verheerenden Bombenanschläge auf der Insel Bali im Jahr 2002 mitgeplant haben - die USA hatten eine Million Dollar auf seine Festnahme ausgesetzt.


Jakarta - Seine Festnahme wirft auch die Frage auf, wie frei sich Terroristen über internationale Grenzen hinweg bewegen können. Der etwa 41 Jahre alte Umar Patek ist ein führendes Mitglied des Terrornetzwerks Al-Qaida und war einer der am meisten gesuchten Islamisten Indonesiens. Jetzt wurde Patek in Pakistan festgenommen.

Zu den Umständen seiner Festnahme lagen zunächst keine Angaben vor. So war unklar, ob nach Patek gezielt gefahndet worden war oder ob er den pakistanischen Sicherheitskräften eher zufällig ins Netz ging. Auch war nicht klar, warum er sich in Pakistan aufhielt. In den USA wurde befürchtet, er könne sich zur Planung von Anschlägen zum zehnten Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September 2001 mit anderen Al-Qaida-Führern getroffen haben. Die Geheimdienste erhoffen sich nun von ihm wichtige Informationen über die Struktur der Terrorgruppen in Südostasien und über mögliche geplante Anschläge.

Patek gilt als einer der Organisatoren der Bombenanschläge auf der indonesischen Insel Bali im Jahr 2002, bei denen 202 Menschen getötet worden waren. Unter den Opfern waren viele ausländische Touristen, darunter auch sieben US-Bürger. Die USA hatten eine Belohnung von einer Million Dollar auf Pateks Festnahme ausgesetzt. Zu den Anschlägen von Bali hatte sich die Extremistenorganisation Jemaah Islamijah bekannt, die in den muslimischen Ländern Südostasiens für einen Gottesstaat kämpft. Wegen ihrer Beteiligung an der Tat wurden im November 2008 drei Islamisten hingerichtet.

Wo Patek sich jetzt aufhält und in wessen Obhut er sich befindet, war nicht klar. Es dürften sich mehrere Geheimdienste um ihn streiten. Er soll nicht nur der Terrorgruppe Jemaah Islamiyah angehört haben, sondern über gute Kontakte zu anderen Gruppen in der Region wie der militanten Organisation Abu Sayyaf auf den Philippinen gehabt haben. Nach den Anschlägen 2002 floh er auf die Philippinen, wo er sich zuerst den Rebellen der Islamischen Befreiungsbewegung Moro und später der Abu Sayyaf anschloss.

lgr/AP/AFP



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berndschlüter 03.06.2011
1. 13Jahre sind nun vergangen
seit sich die heftigsten der al Jaida-Aktivisten in ihrer damaligen zentrale in NRW trafen. Nicht in Essen, nicht in Beckum, nicht in Hamburg. meine Erinnerung an die Gesichter verblasst nun langsam, aber sie ist immerhin so stark, dass ich weiß, dass diejenigen, die als Allah am allerunterwürfigsten (Christen übersetzen das anders) empfand, kamen der Heftigkeit nach geordnet aus Indonesien (Bali), Indien (Mumbai) und danach aus Pakistan. Die steckten noch den Essener Anführer, der sich später im Irak einen Namen machte, in die Tasche. Allerdings können wir davon ausgehen, dass man schon damals die betroffenen Personen gut ablichtete. Nun ist nur zu hoffen, dass nach dem 11.9. dieses Jahres nicht wieder die Märchenerzähler erwachen und uns mit Bülow-Geschichten überschwemmen. Ich halte die Angelegenheit für zu ernst, als dass man daraus wieder Bestsellergeschichten webt. Ich darf daran erinnern, dass die frühere Essener Gruppe, zu der ich auch die Beckumer und Medebacher (nebst anderen Ruhrgebietsstädten mit Uni) zähle, bisher keinen der geplanten C- und B- Anschläge nachweislich ausgeführt hat.
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