Terror im Jemen Qaida-Kämpfer töten Dutzende Soldaten bei Großangriff

Die Angreifer kamen im Morgengrauen und schlugen an mehreren Orten gleichzeitig zu: Bei koordinierten Überfällen auf Armeestützpunkte im Jemen haben Qaida-Kämpfer mehr als 50 Soldaten getötet. Die Regierung in Sanaa hat die Kontrolle über ganze Landstriche verloren.

Armeepatrouille im Jemen: Al-Qaida tötete Dutzende Soldaten
AP/dpa

Armeepatrouille im Jemen: Al-Qaida tötete Dutzende Soldaten


Sanaa - Die Terrorgruppe "al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel" (AQAP) hat bei koordinierten Angriffen im Südjemen mindestens 50 Soldaten getötet. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen sollen die militanten Islamisten am Freitag im Morgengrauen drei Militärstützpunkte in der Provinz Schabwa attackiert haben.

Die AQAP-Kämpfer sollen die Kasernen bei dichtem Nebel überfallen haben. Die Soldaten, die für die Sicherheit von Ölfeldern in der Region zuständig sind, seien von dem Angriff überrascht worden, sagte ein Armeesprecher. Vor zwei Kasernen sollen die Attentäter Autobomben gezündet haben. Anschließend hätten die Angreifer das Gelände gestürmt. Dort hielten die Kämpfe auch nach Stunden noch an.

Dutzende Sicherheitskräfte sollen bei dem Überfall verletzt worden sein, auch mindestens acht Angreifer seien getötet worden. Nach Angaben des al-Dschasira-Korrespondenten im Jemen sollen die AQAP-Kämpfer mehrere Menschen als Geiseln genommen haben.

Die Provinz Schabwa ist seit Jahren Schauplatz blutiger Gefechte zwischen der staatlichen Armee und militanten Islamisten sowie Stammeskämpfern. In Teilen der Region hat AQAP mit Verbündeten bereits die Kontrolle übernommen. Die US-Armee geht seit Monaten verstärkt mit Drohnenangriffen gegen die Aufständischen vor, bei denen auch immer wieder Zivilisten getötet werden.

Seit 2009 hat das US-Militär fast alle Führungsfiguren des Qaida-Ablegers im Jemen getötet, trotzdem scheint die Gruppe immer stärker zu werden. Erst im August forderte die Regierung in Washington alle US-Bürger auf, das Land zu verlassen.

syd/AP/Reuters



insgesamt 13 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
lupenreinerdemokrat 20.09.2013
1. Interessant:
"Die US-Armee geht seit Monaten verstärkt mit Drohnenangriffen gegen die Aufständischen vor, bei denen auch immer wieder Zivilisten getötet werden. " Im Fall Syrien geht man seit Jahren verstärkt gegen die Regierungstruppen vor, die die Al-Qaida im eigenen Land bekämpfen, indem man die Al-Qaida-"Rebellen" durch Waffenlieferungen und Ausbildung an den Waffen unterstützt. Interessant!
BettyB. 20.09.2013
2. Rebellen?
Ob Obama die jetzt auch gegen die Zentralregierung unterstützen will? Spannend...
heinz.wutz 20.09.2013
3. @ lupenreinerdemokrat
Zitat von lupenreinerdemokrat"Die US-Armee geht seit Monaten verstärkt mit Drohnenangriffen gegen die Aufständischen vor, bei denen auch immer wieder Zivilisten getötet werden. " Im Fall Syrien geht man seit Jahren verstärkt gegen die Regierungstruppen vor, die die Al-Qaida im eigenen Land bekämpfen, indem man die Al-Qaida-"Rebellen" durch Waffenlieferungen und Ausbildung an den Waffen unterstützt. Interessant!
So sind sie halt. Damals haben sie ja auch Waffen an die Bolschewisten geliefert, damit die den Krieg für sie führten und danach hat sich gegen den einstigen Verbündeten gestellt. Hätten sie damals vielleicht auch lassen sollen...
herrdainersinne 20.09.2013
4. @lupenreiner
Das war auch mein erster Gedanke. Wer im einen Land noch Terrorist ist, kann im nächsten locker als "Freiheitskämpfer" durchgehen....- im Zweifelsfall mit angeblich demokratischen Ambitionen...... - Und wenns nicht mehr passt ( Afghanistan US-Aufrüstung der Taliban gegen Russland ) dann wird eben umetiketiert.......Ich hab das vor langer Zeit, mit Anfang 20 schon mal gelesen.....in Orwells 1984 !
darthmax 20.09.2013
5. Beweisführung
könntr es sein, dass ohne die Drohnenangriffe die terroristen schon die Macht übernommen hätten ? Dies ist auch eine gleiche Spekulation von was wäre wenn. Fakt ist, dass seit 30 Jahren im Süden der Arabischen Halbinsel Rebellionen statfinden, auch im angrenzenden Oman. Das hat mit den USA kaum was zu tun sondern eher mit den Stammesunterschieden seit 1000 Jahren.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.