Al-Qaida Neue Botschaft von Sawahiri

Al-Dschasira hat heute eine neue Videobotschaft des al-Qaida-Anführers Eiman al-Sawahiri ausgestrahlt. Das Band wurde offenbar vor dem Tod von Abu Mussab al-Sarkawi aufgenommen. Denn der Stellvertreter Osama Bin Ladens lobt den Topterroristen, ohne auf dessen Ende einzugehen.


Kairo - In dem Video ist Sawahiri mit einem weißen Turban und einem weißen Gewand vor schwarzem Hintergrund zu sehen. "Gott segne den Propheten des Islams im Irak, den ausdauernden Helden des Islams, den Heiligen Krieger Abu Mussab al-Sarkawi", lobt er den gestern getöteten Topterroristen. Außerdem grüßt Sawahiri alle Aufständischen im Irak, "die sich den Kreuzrittern und ihren abtrünnigen Helfern entgegenstellen".

Sawahiri (in einem früheren Video): "Den Kreuzrittern entgegenstellen"
AP/ IntelCenter

Sawahiri (in einem früheren Video): "Den Kreuzrittern entgegenstellen"

In der Botschaft geht es jedoch hauptsächlich um die Entwicklungen im Nahost-Konflikt sowie im Sudan. Der weltweit gesuchte Ägypter kritisiert in dem Video das vom palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas geplante Referendum über eine Anerkennung Israels. "Ich rufe die Muslime auf, jedes Referendum über Palästina abzulehnen, weil Palästina ein Haus des Islams ist und nicht Gegenstand irgendeines Kompromisses."

Der Bin-Laden-Stellvertreter lehnt auch den geplanten Einsatz von Uno-Soldaten im Sudan ab. Die Entsendung eines Erkundungsteams des Weltsicherheitsrats, das am Montag in dem afrikanischen Staat eingetroffen war, bezeichnet er als Vorbereitung dafür, den Sudan "zu besetzen und zu teilen".

Der untergetauchte Taliban-Führer Mullah Omar sieht unterdessen Sarkawis keine Schwächung der "Widerstandsbewegung" im Irak. Die Menschen in Afghanistan und er selber glaubten fest daran, dass nach dem "Märtyrertum" Sarkawis Tausende Jugendliche den Kampf fortführen würden, hieß es in einer heute an Medien in Pakistan verbreiteten Erklärung. "Der von Sarkawi begonnene Kampf ist eine Volksbewegung, und jeder Jugendliche hat das Potenzial, Sarkawi zu werden."

In der Erklärung hieß es zum Tod Sarkawis weiter: "Ich will den Muslimen in der ganzen Welt die gute Nachricht zukommen lassen, dass solche Vorkommnisse den anhaltenden Kampf gegen die Kreuzritter in Afghanistan und in anderen Teilen der Welt nicht schwächen werden." Jeder muslimische Jugendliche werde diesen Kampf fortführen, um seinen Glauben, seine Ehre und seine Würde zu verteidigen. Mullah Omar drückte der Familie Sarkawis in seinem und im Namen des afghanischen Volkes Beileid aus.

Mullah Omar ist seit dem Sturz der Taliban in Afghanistan Ende 2001 untergetaucht. Er wird ebenso wie Bin Laden im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet vermutet.

als/AFP/dpa/AP

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