Al-Qaidas Autounfall-Strategie Dschihad mit Blechschaden

Ein Nagelbrett, Öl oder ein Streichholz - mehr braucht es nicht für den Dschihad. Al-Qaida hat den Straßenverkehr als neues Schlachtfeld ausgemacht und ruft seine Anhänger auf, Autounfälle zu provozieren. So wollen die Terroristen erst die Versicherungen und dann den Westen in die Knie zwingen.
Qaida-Magazin: Dschihad mit Nagelbrettern

Qaida-Magazin: Dschihad mit Nagelbrettern

Hamburg - Anschläge mit Kofferbomben und Selbstmordattentätern waren gestern, künftig sollen sich Qaida-Sympathisanten im Westen auf kleinere Operationen konzentrieren. Diese Devise, die von Propagandisten des Dschihad seit einigen Monaten ausgegeben wird, bekräftigt die Organisation al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) in der neusten Ausgabe ihres englischsprachigen Magazins "Inspire".

Dieses Online-Heft erscheint seit 2010 in unregelmäßigen Abständen und richtet sich an Muslime im Westen, die mit der Ideologie des Terrornetzwerks sympathisieren. Diese sogenannten "Einsamen Wölfe" werden von den Sicherheitsbehörden besonders gefürchtet, weil sie sich binnen kürzester Zeit radikalisieren können und ohne großes Unterstützernetzwerk auskommen.

Die aktuelle Ausgabe des Heftes, die am Freitag veröffentlicht wurde, trägt den Titel "Wir alle sind Osama". Neben Erfahrungsberichten von Dschihadisten und Hetze gegen den Westen nimmt die Rubrik "Open Source Dschihad" einen Teil des Magazins ein. Dieser Do-it-yourself-Dschihad sei "Amerikas schlimmster Alptraum", so die Qaida-Propagandisten. Im vergangenen Sommer erklärte "Inspire", wie Möchtegern-Dschihadisten am effektivsten verheerende Waldbrände entfachen können.

Nun hat AQAP ein neues Schlachtfeld ausgemacht: den Straßenverkehr. Weil die Ungläubigen den falschen Weg eingeschlagen hätten, sollten nun auch ihre Autos vom rechten Pfad abkommen. Schon 40 Liter Öl, auf einer Schnellstraße vor einer Kurve ausgeschüttet, könnten ausreichen, um verheerende Unfälle zu provozieren, verkündet "Inspire". Am besten eigne sich angeblich der Sonntagabend für derartige Operationen. "Die meisten Ungläubigen sind dann entweder betrunken, oder sie geben vor Freunden mit ihren Fahrkünsten an."

Aufruf zur "Operation Parkverbot"

Alternativ eigneten sich auch Nagelbretter, mit denen die Autoreifen in voller Fahrt zum Platzen gebracht werden könnten. Detailliert legt das Magazin dar, welche Nägel dafür am besten geeignet seien. Doch nicht nur diese Tipps wirken fast unfreiwillig komisch, bizarr ist auch der Hinweis: "Lasst keine Spuren zurück, wie zum Beispiel Personalausweise, Fingerabdrücke oder Schulbücher."

Das Kalkül hinter diesen Plänen erklärt al-Qaida so: "Wenn genügend Muslime ihre Pflicht zum Dschihad erfüllen, werden die Ungläubigen und ihre Versicherungsunternehmen den Terror und die Geldverschwendung satt haben, die durch diese einfachen Operationen verursacht werden und sie werden ihre Regierung dazu bewegen, die Tyrannei gegen die Muslime zu stoppen."

Offenbar lässt sich al-Qaida auch von europäischen Gentrifizierungsgegnern inspirieren. Der Autor Ibnul Irhab ("Sohn des Terrors") ruft in dem Magazin zur "Operation Parkverbot" auf. Unter diesem Slogan werden Qaida-Anhänger dazu aufgerufen, geparkte Autos in Brand zu setzen. Unbedingt sollten die potentiellen Dschihadisten vorher jedoch sicherstellen, dass die Fahrzeuge nicht Muslimen gehörten.

In seinen ersten Ausgaben erklärte "Inspire" den Lesern noch, wie sie Bomben herstellen und Gebäude in die Luft sprengen sollten. Davon haben sich die Macher des Magazins, deren Identität ungeklärt ist, mehr und mehr entfernt. Sie rufen nun zu Operationen, die keine Vorbereitung brauchen und deshalb im Vorfeld von den Sicherheitsbehörden kaum zu verhindern sind.

Und auch wenn der Aufruf zu Sabotage im Straßenverkehr fast schon hilflos wirkt, lassen andere Seiten des Heftes keinen Zweifel an der Gefahr, die noch immer von dem Terrornetzwerk ausgeht. Unter dem zynischen Motto "Eine Kugel am Tag hält den Ungläubigen fern" ruft al-Qaida zum Mord an islamkritischen Personen auf. Namentlich werden unter anderem Geert Wilders, Salman Rushdie und Kurt Westergaard genannt.

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