Alarm und Verhaftungen Terrorangst in Belgien und Holland

Höchste Alarmstufe in Belgien, Verhaftungen in den Niederlanden: In beiden Ländern ist die Sorge vor einem Terroranschlag groß. In Rotterdam ist heute bereits ein Attentat vereitelt worden.


Brüssel/Amsterdam - Die niederländischen Behörden haben eigenen Angaben zufolge möglicherweise eine schwere Gewalttat verhindert. Sondereinsatzkräfte nahmen heute in Rotterdam drei Männer fest, die im Verdacht standen, eine "gewalttätige Handlung" vorzubereiten, teilte die Staatsanwaltschaft in Den Haag mit. Nach Geheimdienstinformationen sei es "nicht auszuschließen" gewesen, dass die 31, 32 und 39 Jahre alten Männer "auf kurze Sicht eine gewalttätige Handlung" vorbereiteten.

Um jegliche Gewalttat zu verhindern, seien die drei Männer festgenommen worden. Es handelt sich um zwei Niederländer marokkanischer Herkunft und einen Sudanesen. Der Polizei zufolge wurde der Anschlag in letzter Minute verhindert: Es habe eine unmittelbare Gefahr bestanden. Näheres ist bisher nicht bekannt.

Auch in Belgien haben die Behörden Angst vor einem Anschlag. Aus Sorge hat das Innenministerium in Brüssel zum Jahreswechsel die höchste Alarmstufe ausgerufen. Es gelte nun Stufe vier, sagte Innenminister Patrick Dewael heute im Fernsehsender RTL-TVI. "Das geht über das hinaus, was normalerweise zum Jahreswechsel gilt und was in anderen Hauptstädten üblich ist". Es gebe "Hinweise", über die er jedoch nichts sagen könne, fügte Dewael hinzu. Die Polizei hatte bereits vor Weihnachten die Überwachung an Bahnhöfen, am Flughafen und auf Weihnachtsmärkten verstärkt. Das traditionelle Silvesterfeuerwerk in Brüssel wurde abgesagt.

Nach der zeitweiligen Festnahme von 14 Terrorismusverdächtigen kurz vor Weihnachten hatten die Behörden erklärt, dass für das ganze Land verschärfte Sicherheitsvorkehrungen gelten würden. Die Verdächtigen waren am vergangenen Freitag unter dem Vorwurf festgenommen worden, sie hätten versucht, den al-Qaida-Anhänger Nizar Trabelsi aus dem Gefängnis zu befreien. Nach 24 Stunden wurden sie jedoch wegen mangelnder Beweise wieder auf freien Fuß gesetzt. Flughäfen, Bahnhöfe und Weihnachtsmärkte wurden daraufhin besonders streng überwacht.

ler/AFP/dpa



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