Europäische Union Albanien jetzt offiziell EU-Beitrittskandidat

Albanien ist Beitrittskandidat der Europäischen Union. Bis zur Aufnahme kann es indes noch dauern - die EU-Staaten forderten das Land auf, Korruption und organisiertes Verbrechen zu bekämpfen.
EU-Kommissionspräsident Barroso und Albaniens Premier Rama: Ermunterung zu weiteren Reformen

EU-Kommissionspräsident Barroso und Albaniens Premier Rama: Ermunterung zu weiteren Reformen

Foto: Yves Logghe/ AP

Brüssel - Die Europäische Union hat Albanien am Dienstag den Status eines Beitrittskandidaten gewährt. Die Aufnahme sei eine Anerkennung für die Reformen und eine Ermunterung, sich weiter zu engagieren, schrieb der tschechische EU-Erweiterungskommissar Stefan Füle über den Kurznachrichtendienst Twitter .

Der Balkanstaat hatte vor allem nach dem Regierungswechsel im September Reformen eingeleitet.

Das Nato-Mitglied mit knapp vier Millionen Einwohnern muss vor dem Beginn der eigentlichen Beitrittsverhandlungen aber noch eine Reihe von Bedingungen erfüllen. So forderten die EU-Staaten unter anderem eine Justizreform, den Schutz von Minderheiten sowie mehr Anstrengungen im Kampf gegen Korruption und organisiertes Verbrechen. Bis zur Aufnahme des Landes in die EU können daher noch Jahre vergehen.

"Das ist jetzt kein Selbstläufer", sagte der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Michael Roth (SPD), zu dem weiteren Verfahren. "Albanien hat Fortschritte gemacht, bei der Korruptionsbekämpfung, bei der Etablierung von Rechtsstaatlichkeit." Das solle nun belohnt werden. "Alle Staaten des Westbalkans haben eine klare Beitrittsperspektive, aber es gibt keinen Automatismus", sagte er.

Serbien, Mazedonien und Montenegro sind bereits Kandidaten für die Aufnahme in die Europäische Union. Zwei Staaten des ehemaligen Jugoslawien - Kroatien und Slowenien - sind der EU bereits beigetreten. Bosnien-Herzegowina und der Kosovo warten noch darauf, in den Kreis der Kandidaten aufgenommen zu werden.

fu/kes/Reuters/AFP