Krieg in Syrien Armee stoppt Evakuierung von Aleppo

Die Rebellen in Aleppo sollen sich nicht an die Vereinbarungen gehalten haben - nun hat die syrische Armee die Evakuierung von Zivilisten und Verletzten aus dem umkämpften Osten der Stadt abgebrochen.


Tausende Menschen sollten aus dem Osten der umkämpften syrischen Stadt Aleppo in Sicherheit gebracht werden - doch am Freitagmorgen wurde die Aktion offenbar gestoppt. Das berichten mehrere Nachrichtenagenturen übereinstimmend. Ein Vertreter der syrischen Sicherheitskräfte sagte zur Begründung, die bewaffneten Aufständischen hielten "die Bedingungen der Vereinbarung nicht ein".

Die Evakuierungen hatten am Donnerstag begonnen und die Nacht über angedauert. Seitdem verließen mehrere tausend Zivilisten und Verletzte sowie einige Rebellenkämpfer Teil der Stadt, der einst vollständig von den Aufständischen kontrolliert wurde.

Am Freitagmorgen gegen 11 Uhr Ortszeit (10 Uhr MEZ) schlugen Mörsergranaten im Stadtteil Ramussa ein. Von dort fahren die Busse mit den Flüchtlingen aus Ost-Aleppo ab. Regime und Rebellen machten sich gegenseitig für den Beschuss verantwortlich.

Kurz darauf verkündete die syrische Armee, dass die Evakuierung ausgesetzt werde, die Aufständischen bestätigten das kurz darauf. Im syrischen Staatsfernsehen hieß es, die Rebellen hätten versucht, Gefangene in den Bussen aus Ost-Aleppo herauszubringen.

Außerdem sollen Demonstranten die Straße blockiert haben, über die die Eingeschlossenen aus Ost-Aleppo herausgebracht werden. Bei den Blockierern soll es sich um Verwandte von Menschen aus Fua und Kefraja handeln. Diese beiden Dörfer in der Provinz Idlib werden von den Rebellen belagert. Die Demonstranten wollten demnach die Evakuierung aus Ost-Aleppo so lange stoppen, bis auch alle Eingeschlossenen aus Fua und Kefraja herausgelassen werden.

In den vergangenen Tagen hatte die syrische Armee mit Hilfe von Verbündeten fast ganz Ost-Aleppo zurückerobert. Der syrische Staatschef Baschar al-Assad verkündete am Donnerstag die "Befreiung" von Aleppo.

vks/dpa/AP/AFP

insgesamt 106 Beiträge
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hevopi 16.12.2016
1. Leider können wir die wirkliche Lage
nicht beurteilen. Wer begeht Verstöße gegen die Menschenrechte, wie wird die Zukunft der Rebellen aussehen, wie soll es in Syrien weitergehen? Über den IS wird in diesem Zusammenhang ja nicht mehr geredet und die Begriffe "gemäßigte Rebellen" kann ich einfach nicht nachvollziehen. Mir tun nur die Menschen unendlich leid und diese ganze Situation erinnert mich sehr an die Beendigung des 2. Weltkrieges für Deutschland.
darthmax 16.12.2016
2. Berichterstattung
warum berichtet die Presse nun nicht aus den eingeschlossenen Orten Fua und Kufraja, da die von den Rebellen eingeschlossen sind, dürfte das doch kein Problem sein.
mum_23 16.12.2016
3. nun heißt er wieder
Syrischer Staatschef Baschar al-Assad. Und nicht mehr Assad. Wenn es hilft.
Emderfriese 16.12.2016
4. Nebenbei
"...Bei den Blockierern soll es sich um Verwandte von Menschen aus Fua und Kefraja handeln. Diese beiden Dörfer in der Provinz Idlib werden von den Rebellen belagert. ..." Sieh an. So ganz nebenbei erfährt der Leser, dass nicht nur Ost-Aleppo eingeschlossen war, sondern auch Orte bei Idlib es noch sind. Eingeschlossen von den demokratischen "Rebellen", um den Einwohnern dieser Dörfer die Demokratie zu bringen. Oder doch eher von radikal-islamistischen Elementen, die die sunnitisch-salafistische Scharia umsetzen wollen? Für was oder gegen was wehren sich also die Bürger dieser Ortschaften? Gegen Assad wehren sie sich ja offensichtlich nicht. Kann mal jemand in der SPON-Redaktion dieser Frage nachgehen?
sir wilfried 16.12.2016
5. Noch mal ins Reine
Die "Rebellen" behaupten, Assad-Truppen würden die eigenen Evakuierungs-Busse beschießen. Deren Behauptungen werden immer abenteuerlicher. Menschen, die von "Rebellen" eingeschlossen sind, wollen aus der Belagerung befreit werden. Da kann man ihnen nur viel Glück wünschen. Die "Rebellen" sehen so was nämlich gar nicht gerne. Den Menschen in Syrien ist nur zu wünschen, daß der Spuk bald vorbei geht.
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