Krieg in Syrien Neue Kämpfe in Aleppo - trotz Waffenstillstand

Ein Waffenstillstand soll die Evakuierung von Aleppo sichern. Doch laut der türkischen Regierung und den Rebellen nehmen die Truppen des Assad-Regimes die Stadt wieder unter Beschuss.

Flüchtlinge in Aleppo
AFP

Flüchtlinge in Aleppo


Eigentlich soll Aleppo am Mittwoch nach dem Sieg syrischer Regierungstruppen evakuiert werden. Doch nach Angaben der Rebellen verzögert sich ihr Abzug aus dem letzten Rückzugsgebiet im Osten der Stadt. Zahlreiche Busse stünden mit laufenden Motoren bereit, berichtete ein Augenzeuge.

Trotz einer von Russland vermittelten Waffenruhe sollen Truppen von Machthaber Baschar al-Assad die Rebellengebiete in Aleppo wieder unter Beschuss genommen haben. Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtet von einer Explosion durch Artilleriebeschuss des syrischen Regimes auf Ost-Aleppo. Dies sei ein klarer Bruch der Feuerpause, sagte der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman.

Den gleichen Vorwurf erhebt auch die Türkei. Die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu meldete, syrische Regierungstruppen und mit ihr verbündete schiitische Milizen hätten die Waffenruhe durchbrochen.

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Das russische Verteidigungsministerium behauptet dagegen, die Rebellen hätten den Waffenstillstand verletzt. Sie sollen versucht haben, die Belagerung der syrischen Truppen zu durchbrechen. Der Versuch sei zurückgeschlagen worden.

Eigentlich hätte schon vor Tagesanbruch damit begonnen werden sollen, Kämpfer und Zivilisten aus den Trümmern von Ost-Aleppo in Sicherheit zu bringen. Viele Menschen standen mit gepackten Taschen im strömenden Regen bereit. Sie fürchten nach monatelangem Bombardement nun Plünderungen und Gewalt.

Zudem ist die medizinische Versorgung weitgehend zusammengebrochen, und es gibt nicht genügend Lebensmittel und Trinkwasser. Zehntausende Menschen werden noch in heftig umkämpften Stadtteilen vermutet.

VIDEO: Abzug von Rebellen und Bewohnern verzögert sich

cte/AFP/Reuters



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