Benefizspiel nach Anschlag auf Republikaner "Heute sind wir alle im Team Scalise"

Einen Tag nach den Schüssen auf US-Abgeordnete haben Republikaner und Demokraten ein Baseball-Benefizspiel ausgetragen. Steve Scalise, der am schwersten verletzt wurde, schwebt noch immer in Lebensgefahr.

Zuschauer beim Spiel
AP

Zuschauer beim Spiel


Der Anschlag auf das Baseball-Team der Republikaner im US-Kongress war keine 48 Stunden her, als ein Großteil der Gruppe wieder auf dem Platz stand. Unter hohen Sicherheitsvorkehrungen spielten die Abgeordneten gegen das Team der US-Demokraten - für den guten Zweck und für die verletzten Kollegen.

Fünf Menschen waren am Mittwochmorgen in Alexandria bei Washington verletzt worden, als ein 66-Jähriger während des Trainings für das alljährliche Benefizspiel das Feuer auf die Abgeordneten eröffnet hatte. Am schwersten getroffen wurde Steve Scalise, der dritthöchste Republikaner im Repräsentantenhaus. Eine Kugel traf ihn in der Hüfte, er schwebte in der Nacht zu Freitag noch immer in Lebensgefahr.

Scalises Zustand habe sich in den vergangenen 24 Stunden verbessert, sei aber kritisch, teilten seine Ärzte mit. Der 51-Jährige sei am Donnerstag erneut wegen seiner inneren Verletzungen und einem gebrochenen Knochen im Bein operiert worden - es war seine dritte Operation seit dem Anschlag.

In einer Videobotschaft, die vor Beginn des Spiels ausgestrahlt wurde, rief US-Präsident Donald Trump dazu auf, für den verletzten Scalise zu beten. "Steve ist unser Freund, er ist ein Patriot und ein echter Kämpfer."

Nancy Pelosi, Chefin der Demokraten im US-Repräsentantenhaus, sagte vor dem Spiel: "Heute sind wir alle im Team Scalise." Ihre Kollegen, die das Benefizspiel gewannen, überließen die Trophäe am Ende den Republikanern.

Das FBI geht weiterhin davon aus, dass es sich bei dem Todesschützen um James Hodgkinson aus dem US-Bundesstaat Illinois handelt. Der 66-Jährige war von Polizisten und Leibwächtern erschossen worden. Den Ermittlern zufolge hielt sich Hodgkinson seit März in Washington auf und lebte dort in einem Van.

Sein inzwischen gelöschtes Facebook-Profil identifizierte ihn als Anhänger des demokratischen Senators Bernie Sanders. In vielen Einträgen schimpfte er über US-Präsident Donald Trump und die Republikaner. "Es ist an der Zeit, Trump und Co. zu zerstören", schrieb er im März.

Er beklagte sich aber auch über die Demokratin Hillary Clinton, vergangenes Jahr die parteiinterne Präsidentschaftsrivalin von Sanders.

brk/dpa/AP

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