Grenze USA und Mexiko Abgeordnete Ocasio-Cortez nennt Zustände für Migranten "entsetzlich"

Abgeordnete der Demokraten haben die Haftzentren an der amerikanisch-mexikanischen Grenze besucht. Sie berichten von unhaltbaren Zuständen für die Migranten.

Alexandria Ocasio-Cortez, demokratische Abgeordnete des Repräsentantenhauses, auf ihrer Reise zu den Haftzentren
Christ Chavez/AFP

Alexandria Ocasio-Cortez, demokratische Abgeordnete des Repräsentantenhauses, auf ihrer Reise zu den Haftzentren


Die Situation der Migranten in den Haftzentren an der Grenze der USA zu Mexiko sorgt in den letzten Wochen immer wieder für Schlagzeilen. Oft sind die Zentren überfüllt, zudem sind viele krank. Abgeordnete der Demokraten im Repräsentantenhaus haben die Grenze besucht.

Die Abgeordnete Judy Chu berichtet, eine Frau habe ihr erzählt, ein Grenzbeamte habe der Frau gesagt, wenn sie Wasser wolle, solle sie einfach aus der Toilette trinken. Eine andere Frau habe Epilepsie und bekäme ihre Medikamente nicht.

Alexandria Ocasio-Cortez, ebenfalls demokratische Abgeordnete des Repräsentantenhauses nannte die Zustände "entsetzlich". Die Grenzbeamten seien psychisch gewalttätig gegenüber den Migrantinnnen, sagte Ocasio-Cortez.

Grenzbeamte hatten zuvor laut einem Bericht der "ProPublica" in einer geheimen Facebook-Gruppe Witze über den Tod von Migranten gemacht und gesagt, man solle Abgeordneter mit lateinamerikanischer Migrationsgeschichte mit Burritos bewerfen. Zudem war eine Bildmontage hochgeladen worden, das Ocasio-Cortez offenbar beim Oralsex in einem der Haftzentren zeigen soll. Ocasio-Cortez bezeichnet die Zentren als "Konzentrationslager" - dafür ist sie kritisiert worden.

In der amerikanischen Hauptstadt Washington D.C. hat der amerikanische Präsident Donald Trump (Republikaner) derweil ein milliardenschweres Gesetzespaket zur Bekämpfung der humanitären Krise unterzeichnet.

Nun müssten Demokraten und Republikaner im Kongress sich auf ein Gesetz zur Grenzsicherung einigen, "und wir können das Problem an unserer Grenze ganz lösen", sagte Trump bei der Unterzeichnung. Die Zahl der illegalen Grenzübertritte sei in der vergangenen Woche gesunken. Trump dankte Mexiko dafür. Mexiko hat Tausende Soldaten an die Grenzen zu Guatemala und zu den USA geschickt.

Nach dem Senat hatte am vergangenen Donnerstag auch das Repräsentantenhaus das Paket mit den Milliardenhilfen verabschiedet. Die Entwicklung gilt als Niederlage für die demokratische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi. Sie wollte der Regierung eigentlich strengere Auflagen bei der Unterbringung von Migrantenkindern auferlegen, konnte sich dabei aber nicht gegen die Republikaner und einige Mitglieder ihrer eigenen Partei durchsetzen.

höh/dpa



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