Kremlkritiker Russische Ärzte wollen kein Gift bei Nawalny entdeckt haben

Im Körper von Kremlkritiker Alexej Nawalny wurde nach Angaben von russischen Ärzten bei einer Untersuchung keine giftige Substanz gefunden. Doch diese Behauptung wird von einem Aktivisten angezweifelt.

Nawalny im Krankenhaus: Alles in Ordnung im Körper des Kremlkritikers?
AFP PHOTO /Navalny.com

Nawalny im Krankenhaus: Alles in Ordnung im Körper des Kremlkritikers?


Wurde Alexej Nawalny im Gefängnis vergiftet? Russische Ärzte wollen davon nichts wissen. Im Organismus des Kremlkritikers sei "keine giftige Substanz" gefunden worden, behauptete jetzt Alexej Tokarew, der medizinische Leiter des Sklifosofski-Instituts laut Berichten der russischen Nachrichtenagentur Interfax.

Nawalny war am Sonntag vorübergehend in eine Klinik eingeliefert worden, befindet sich seit Montag aber wieder im Gefängnis.

Seine Verlegung von der Zelle in ein Krankenhaus wegen einer "schweren allergischen Reaktion" hatte am Wochenende Spekulationen hervorgerufen, wonach der Kremlkritiker im Gefängnis vergiftet worden sein könnte. "Ich hatte nie eine Allergie", betonte Nawalny auf seiner Webseite.

Nawalnys Ärztin Anastasia Wassiliewa hatte den Verdacht geäußert, dass ihr Patient mit einer "unbekannten chemischen Substanz" in Berührung gekommen sein könnte. Sie protestierte gegen die Rückverlegung ihres Patienten ins Gefängnis.

Der Regierungskritiker Piotr Wersilow zweifelte die Diagnose des Sklifosofski-Instituts an. Der Aktivist der Punkband Pussy Riot erinnerte bei Twitter an einen mutmaßlichen Giftangriff auf ihn selbst im Jahr 2018. Auch bei ihm hätten die Ärzte im Sklifosofski-Institut "nichts gefunden", schrieb er. Zwei Tage später hätten deutsche Ärzte jedoch festgestellt, dass er vergiftet worden sei, erklärte Wersilow weiter.

Der Aktivist wurde damals in der Berliner Charité behandelt. Die Berliner Ärzte hatten eine Vergiftung des Oppositionellen als "sehr wahrscheinlich" bezeichnet.

Nawalny war am Mittwoch vergangener Woche zu 30 Tagen Haft verurteilt worden, weil er zu einem nicht genehmigten Protest am Wochenende aufgerufen hatte. Der Oppositionspolitiker ist einer der prominentesten Kritiker des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Der 43-Jährige hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Demonstrationen organisiert, was ihm immer wieder kurze Freiheitsstrafen einbrachte.

als/AFP



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