Formsache Griechisches Parlament spricht Tsipras das Vertrauen aus

Die Überraschung blieb aus: Die Abgeordneten der griechischen Koalitionsregierung haben bei einer Vertrauensabstimmung im Parlament geschlossen für Ministerpräsident Alexis Tsipras votiert.
Formsache: Griechisches Parlament spricht Tsipras das Vertrauen aus

Formsache: Griechisches Parlament spricht Tsipras das Vertrauen aus

Foto: Yannis Kolesidis/ dpa

Athen - Das griechische Parlament hat am frühen Mittwochmorgen der neuen Regierung unter Ministerpräsident Alexis Tsipras das Vertrauen ausgesprochen. Für die Regierung stimmten 162 Abgeordnete, 137 Parlamentarier stimmten dagegen. Damit erhielt der Ministerpräsident die Stimmen seiner Linkspartei Syriza und des rechtspopulistischen Koalitionspartners Unabhängige Griechen. Ein Abgeordneter war abwesend.

Die neue griechische Regierung will aus dem mit strikten Sparauflagen verbundenen internationalen Hilfsprogramm aussteigen und stattdessen durch eine Überbrückungsfinanzierung eine neue Lösung der Schuldenkrise aushandeln. Das aktuelle Hilfsprogramm in Höhe von 240 Milliarden Euro läuft Ende Februar aus. Ohne eine Anschlussfinanzierung droht Griechenland bald die Pleite.

Der konservative Oppositionschef Antonis Samaras warnte Tsipras davor, sich mit allen Partnern im Euroland zu streiten. Seine Partei werde es nicht erlauben, dass das Land "Kurs auf die Felsen nimmt", sagte Samaras.

Die neue griechische Regierung will am Mittwoch und Donnerstag erstmals vor der EU in Brüssel ihr Konzept für eine Bewältigung der schweren Schuldenkrise vorstellen. Finanzminister Giannis Varoufakis muss am Mittwochabend seinen Kollegen der Euro-Gruppe erklären, wie er den griechischen Schuldenberg abtragen und zugleich im Euroraum bleiben will.

Am Donnerstag wird Tsipras an seinem ersten EU-Gipfel teilnehmen. Ob es am Rande des Gipfels auch ein Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel geben wird, steht noch nicht fest.

vet/dpa/AFP
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