Algerien 24 Nomaden bei Parlamentswahlen ermordet

In Algerien haben die Parlamentswahlen begonnen. Wahlgegner haben zum Boykott aufgerufen - und sind gewillt, ihren Aufruf durch Gewalt zu unterstützen: Bisher wurden 26 Menschen getötet. Unter ihnen sind 24 Nomaden.


Algier - Der Wahlkampf war geprägt durch die verschärfte soziale Unruhen und durch terroristische Überfälle. Zwischen der Polizei und Wahlgegnern war es vor allem in der Berber-Region zu schweren Zusammenstößen gekommen. Der algerische Rundfunk berichtete am Donnerstag, am Wahltag seien bereits vor der Öffnung der Wahllokale insgesamt 26 Menschen ermordet worden. Es wird vermutet, dass islamistische Extremisten die Täter sind.

Mehr als 18 Millionen Algerier sind wahlberechtigt. Insgesamt 23 Parteien bewerben sich um die 389 Sitze im Parlament in Algier. Von der Wahl wird keine wesentliche Machtverschiebung im Parlament erwartet. Dort haben die frühere sozialistische Einheitspartei FLN von Präsident Abdelaziz Bouteflika, gemäßigte Islamisten der MSP und die FLN-nahe RND eine große Mehrheit.

Teile der Opposition hatten bis zuletzt aufgerufen, die Wahl zu boykottieren. Ein massives Fernbleiben der Wähler würde die Legitimität dieser zweiten Mehrparteien-Wahlen seit der Ausrufung des Ausnahmezustands 1992 in Frage stellen.



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