Alliierte Bush und Blair Irak-Angriffspakt schon im September 2001?
London/Washington - Die Zeitung beruft sich in ihrem Bericht auf den ehemaligen britischen Botschafter in Washington, Sir Christopher Meyer. Er sagt, Bush und Blair bereits gut eine Woche nach den Terroranschlägen vom 11. September im Weißen Haus über einen möglichen Schlag gegen den irakischen Machthaber Saddam Hussein gesprochen.
"Wenn wir mit Afghanistan fertig sind, müssen wir auf den Irak zurückkommen", sagte Bush nach Angaben Meyers, der bei dem Dinner der beiden Staatsmänner dabei gewesen sei. Blair habe keine Einwände erhoben. Der ehemalige Botschafter habe außerdem gesagt, Blair habe nie daran geglaubt, dass Saddam ohne Krieg seine Macht und seine vermeintlichen Massenvernichtungswaffen aufgeben werde.
Die Konversation zeige, so der "Observer", dass der britische Premierminister entgegen eigenen Worten in der Öffentlichkeit bereits vor dem Militärschlag gegen Afghanistan gewusst habe, dass die USA beabsichtigten, auch den Irak anzugreifen.
Die britische Regierung wies diese Darstellung zurück. Der Irak sei seit langer Zeit ein vorrangiges Thema der Außenpolitik gewesen und von den beiden Politikern bei fast allen ihren Treffen besprochen worden. "Unsere Position war immer klar: dass wir versuchen, über die Vereinten Nationen zu handeln, und dass eine Entscheidung für einen Militärschlag nicht getroffen wurde, bis alle andere Möglichkeiten im März vergangenen Jahres ausgeschöpft waren", sagte ein Downing Street-Sprecher dem "Observer".