Alternativer Nobelpreis Ehrung für die stillen Helden

Gerechtigkeit, Umweltschutz, Menschlichkeit: Der Alternative Nobelpreis ehrt jedes Jahr Menschen, die mutig für große Ziele kämpfen. Die meisten tragen keinen bekannten Namen und sorgen selten für Schlagzeilen. Dennoch bewirken sie Großes - wie die Hebamme Ina May Gaskin.

Grain

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Hamburg - Dieses Jahr gibt es eine Besonderheit beim Alternativen Nobelpreis. Zum ersten Mal verleiht das Komitee des Right Livelihood Award einen Preis an jemanden, dessen Ehepartner die Ehre bereits erhalten hat. Es ist Ina May Gaskin, eine bekannte US-amerikanische Hebamme. Ihr Mann Stephen Gaskin war 1980 der erste, der überhaupt jemals den Alternativen Nobelpreis erhielt. Er wurde mit seiner Menschenrechtsorganisation Plenty International ausgezeichnet.

Die übrigen Preisträger sind Jacqueline Moudeina aus dem Tschad, die sich als Rechtsanwältin für die Opfer der Diktatur in ihrem Land einsetzt und die Organisation Grain international, die für die Rechte von Kleinbauern kämpft. Der Ehrenpreis geht nach China: an den erfolgreichen Solarunternehmer Huang Ming.

Alle Preisträger des Jahres 2011 verbindet eine Gemeinsamkeit. Laut Ole von Uexküll, Geschäftsführer der Right Livelihood Foundation, setzen sich alle vier für pragmatische Lösungen bei drängenden Problemen ein.

Auch thematisch spannt Uexküll einen Bogen über die vier Felder, auf denen die Preisträger arbeiten. Der Klimawandel bedrohe alles, was die Menschheit bisher erreicht habe. "Gleichzeitig verschlimmert die Aneignung von Farmland durch Finanzinvestoren die globale Versorgung mit Nahrungsmitteln, und solche Land Grabs werden durch einen Mangel an demokratischen Strukturen begünstigt." Gerade Diktatoren, kritisiert er, entgingen oftmals einer Strafe, während ihre Landsleute aus lauter Armut häufig gezwungen seien, ihre Kinder als Landarbeiter auf Farmen zu schicken. "In den sogenannten entwickelten Ländern verlieren wir unterdessen die Verbindung zu uns selbst, zu den natürlichen Prozessen unserer Spezies, zu denen auch das Gebären gehört.

Der Alternative Nobelpreis ehrt Menschen, die mutig für große Ziele kämpfen: Gerechtigkeit, Umweltschutz, Menschlichkeit. Die meisten tragen keinen bekannten Namen und sorgen selten für Schlagzeilen. SPIEGEL ONLINE stellt die aktuellen Preisträger vor:

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insgesamt 2 Beiträge
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Seite 1
Oddel 29.09.2011
1. Ina May Gaskins Werk
... und deren Buch "Praktische Hebammen. Handbuch der natürlichen Geburt" in Deutschland nicht mehr veröffentlicht werden darf ...
Johannes Brockhaus, 29.09.2011
2. Quelle?
Zitat von Oddel... und deren Buch "Praktische Hebammen. Handbuch der natürlichen Geburt" in Deutschland nicht mehr veröffentlicht werden darf ...
Quelle dazu?
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