Alternativer Nobelpreis Menschenrechtler geehrt

Ein Arzt, eine Kämpferin für Gleichberechtigung und eine Inuit-Aktivistin sind mit dem alternativen Nobelpreis gewürdigt worden. Eine weitere Auszeichnung geht an ein ganzes Volk.

Uexküll, Nabagesera: "Keine naiven Fantasten"
REUTERS

Uexküll, Nabagesera: "Keine naiven Fantasten"


Sie kämpfen für die Rechte Homosexueller, verarzten Millionen verwundeter Kriegsopfer oder setzen sich für Klimaschutz und Abrüstung ein. Vier Preisträger sind in Stockholm mit dem Alternativen Nobelpreis geehrt worden.

Der italienische Mediziner Gino Strada erhielt die Auszeichnung für seinen Einsatz in Krisengebieten. Preisträgerin Kasha Jacqueline Nabagesera engagiert sich für die für die Rechte von Homo-, Inter- und Transsexuellen in Uganda. Die Stiftung "Right Livelihood Award" verlieh auch der Inuit-Aktivistin Sheila Watt-Cloutier die mit jeweils rund 106.000 Euro dotierte Auszeichnung im schwedischen Reichstag.

Der Ehrenpreis ging an das Volk der Marshallinseln und deren Außenminister Tony de Brum für ihr Beharren auf atomare Abrüstung.

Fotostrecke

16  Bilder
Alternativer Nobelpreis: "Unter Gefahr für das eigene Leben"
Stiftungsgründer Jakob von Uexküll hatte die Preisträger bereits vorab gelobt: "Sie sind keine naiven Fantasten, die von einer besseren Welt träumen. Sie handeln." So hat Stradas Organisation "Emergency" in den letzten 20 Jahren mehr als sechs Millionen Menschen in Kriegsgebieten medizinisch versorgt. Über Nabagesera sagte Uexküll nun, sie sei "eine der mutigsten und direktesten Menschenrechtsaktivisten in ihrer Heimat".

Mit dem privat finanzierten Alternativen Nobelpreis werden jedes Jahr Kämpfer für Frieden, Menschenrechte und Umweltschutz geehrt. Im vergangenen Jahr sorgte die Verleihung an den abwesenden Edward Snowden für Aufsehen. Der Whistleblower hält sich in Russland auf, um der US-Strafverfolgung zu entgehen. Es sei das Ziel der Stiftung, dass er nächstes Jahr als freier Mann nach Schweden kommen und seinen Preis entgegennehmen kann, so der Gründer.

mil/dpa

insgesamt 2 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Professor Moriarty 01.12.2015
1. Dieser Preis heißt nicht »Alternativer Nobelpreis«
Dieser Preis heißt nicht »Alternativer Nobelpreis«, sondern Right Livelihood Award (RLA), auf Deutsch »Preis für die richtige Lebensweise«. Die preisverleihende Organisation selbst nennt ihren Preis nicht »Alternativer Nobelpreis« ‒ nur deutschsprachige Medien tun das, weil sie mit dem Wort NOBELPREIS den RLA-Preis upgraden wollen. Etwa so, wie wenn man die Bildzeitung zum »Alternativen Spiegel« hochstufen würde. Dagegen würden Heerscharen von SPIEGEL-Anwälten mit schwerstem juristischem Geschütz auffahren.
kritikus77 01.12.2015
2. Alternativer Nobelpreis
Man wird zugeben müssen, dass die Träger des von Jakob von Uexküll gestifteten "Alternativen Nobelpreises" sich oft eines Preises als würdiger erweisen, als die Träger des von Alfred Nobel gestifteten Preises. Ich denke hier gerade an einige Empfänger des Friedensnobelpreises.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.