Amnestie Indonesien lässt Aceh-Rebellen frei

Indonesien hat hunderte inhaftierte Rebellen aus der Unruheprovinz Aceh freigelassen. Die Generalamnestie ist Teil eines Abkommens, das der Provinz nach Jahrzehnten des Bürgerkrieges den Frieden bringen soll.


Jakarta - Aus zahlreichen Gefängnissen im ganzen Land wurden heute freigelassene Mitglieder der Rebellenbewegung freies Aceh (AGM) in die Hauptstadt Jakarta gebracht, um von dort den Heimflug nach Aceh anzutreten, wie Gefängnisvertreter und Menschenrechtler berichteten. Insgesamt sollten mehr als 1400 gefangene Rebellen auf freien Fuß gesetzt werden. Präsident Susilo Bambang Yudhoyono hatte die Generalamnestie gestern unterzeichnet. Sie ist ein wichtiger Teil des vor rund zwei Wochen in Finnland unterzeichneten Friedensabkommens, mit dem der fast drei Jahrzehnte andauernde Bürgerkrieg in Aceh beendet werden soll.

Der in Helsinki unter finnischer Vermittlung unterzeichnete Vertrag zwischen der Regierung und der im schwedischen Exil ansässigen Führung der GAM sieht unter anderem eine Entwaffnung der Rebellen und einen Truppenabzug aus der Provinz vor, mit dem vor einer Woche begonnen wurde. Nächster Schritt im Friedensprozess ist die Verabschiedung einer neuen Verfassung für die Provinz Aceh bis März 2006.

In Aceh kämpften Aufständische seit 1976 für die Unabhängigkeit, fast 15.000 Menschen wurden seitdem getötet. Seit 1988 war die Provinz von indonesischen Truppen besetzt. Im Dezember vergangenen Jahres war Aceh mit mehr als 130.000 Toten das am schlimmsten vom Tsunami betroffene Gebiet Asiens. Die Flutkatastrophe bewegte die Konfliktparteien dazu, sich wieder zu Verhandlungen an einen Tisch zu setzen.



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