Amnesty International Waffen der Terror-Miliz IS kommen auch aus Deutschland

Staaten, die mit Waffen handeln, tragen Mitverantwortung an der Ausbreitung des IS. Diesen Vorwurf erhebt Amnesty International. Auch Deutschlands Aktivitäten seien ein Lehrbeispiel dafür, wie man "Gräueltaten im großen Stil befördert".
IS-Miliz im Nordosten Syriens: Waffen laut Amnesty im Irak erobert

IS-Miliz im Nordosten Syriens: Waffen laut Amnesty im Irak erobert

Foto: AP/ Islamistische Propagandawebsite

Der "Islamische Staat" (IS) nutzt laut Amnesty International zumeist Waffen, die von den irakischen Streitkräften erbeutet wurden. Deswegen kritisiert die Menschenrechtsorganisation nun jahrelange großzügige Waffenlieferungen an den Irak. Diese und wenig Kontrollen vor Ort hätten zu dem umfangreichen Arsenal der Terrormiliz geführt, heißt es in einem Bericht.

Demnach seien die Waffen etwa in der Stadt Mossul im Juni 2014 erobert worden. Auch bei der Erstürmung von Armee- und Polizeistützpunkten in Falludscha, Tikrit und Ramadi seien Waffen in die Hände des IS gelangt.

Die Waffen seien laut Amnesty aus mehr als zwei Dutzend Ländern, darunter Russland, China, den USA sowie aus mehreren EU-Ländern inklusive Deutschlands geliefert worden, heißt es in dem Bericht. Amnesty-Waffenexperte Patrick Wilcken sprach von einem "Lehrbeispiel dafür, wie rücksichtsloser Waffenhandel Gräueltaten im großen Stil befördert."

Auf Waffenlieferungen an den ehemaligen Machthaber Saddam Hussein in den Siebziger- und Achtzigerjahren folgten nach dessen Sturz 2003 weitere umfangreiche Waffendeals. Fehlende Regulierung und Überwachung der Bestände im Land hätten laut Amnesty dem IS einen "beispiellosen Zugang zu Waffen" ermöglicht.

Als Konsequenz fordert Amnesty schärfere Kontrollen der Waffenbestände im Irak.

vek/dpa/AFP