Lesbische Politikerin Serbiens neue Regierungschefin lässt Kritiker abblitzen

Mit Ana Brnabic wird erstmals eine Frau Regierungschefin in Serbien. Kritiker ihrer sexuellen Ausrichtung will die offen lesbische Politikerin ignorieren.

Ana Brnabic
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Ana Brnabic


Serbiens designierte Regierungschefin Ana Brnabic hat Kritikern ihrer sexuellen Ausrichtung klargemacht, dass sie solche Anfeindungen mit keinem Kommentar würdigen werde. Die Nominierung der offen lesbischen 41-Jährigen hatte für Kritik aus der Regierungskoalition und von schwulenfeindlichen Gruppen in dem traditionell geprägten Balkanland gesorgt.

"Ich glaube, manche haben sich gewundert, warum ich nicht reagiert habe. Das war meine Antwort", sagte Brnabic jetzt im Parlament bei der Vorstellung ihrer Regierungsmannschaft.

Die Abgeordneten haben bis Freitag Mitternacht Zeit, das Kabinett zu bestätigen. Die Zustimmung gilt als sicher, da die SNS-Partei des bisherigen Amtsinhabers Alexandar Vucic und ihre Unterstützer über eine klare Mehrheit verfügen.

Brnabic wird Serbiens erste Frau im Amt des Ministerpräsidenten. Die Quereinsteigerin war zuletzt Ministerin für Öffentliche Verwaltung. Das Amt war freigeworden, weil der bisherige Regierungschef Vucic nach seiner Wahl im April in das Amt des Staatsoberhauptes gewechselt war.

Die meisten serbischen Medien erwarten, dass er auch künftig die Arbeit der Regierung prägen wird. So hatte sich auch schon Brnabic geäußert: Ihre Regierung werde den Kurs ihres Vorgängers mit den Prioritäten Modernisierung, Bildung und Wirtschaftspolitik fortsetzen.

als/dpa



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