Angebliche Eheprobleme Gerüchte über Sarkozy kosten zwei Medienleute den Job

Gerüchte über das Privatleben von Nicolas Sarkozy und seiner Frau Carla Bruni wurden zwei Beschäftigten einer französischen Mediengruppe zum Verhängnis. Das Unternehmen gab die Kündigung der beiden bekannt. Auf einer Web-Seite war über angebliche Eheprobleme des Paares berichtet worden.

Sarkozy und Bruni: Die Gattin wünscht sich mehr Zeit mit ihrem Mann
AFP

Sarkozy und Bruni: Die Gattin wünscht sich mehr Zeit mit ihrem Mann


Paris - "Wir drücken dem Präsidentenpaar unser Bedauern aus", teilte die Leitung der französischen Zeitung "Le Journal du Dimanche" aus. Auf ihrer Website waren vor zwei Wochen Gerüchte über Beziehungsprobleme von Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy und seiner Frau Carla Bruni in einem eingebundenen Blog eines Newsweb-Mitarbeiters aufgetaucht. Die Redaktion hatte zwar dementiert, dass sie dafür verantwortlich ist, und den Eintrag von ihrer Website gelöscht. Trotzdem hatte sich das Gerücht binnen weniger Tage weltweit verbreitet.

Für zwei Beschäftigte der Mediengruppe Lagardère Active hat der Bericht über die angeblichen Eheprobleme nun allerdings Konsequenzen. Der Chef des Nachrichtendienstes Newsweb sowie ein Mitarbeiter hätten gekündigt, teilte die Leitung der französischen Sonntagszeitung "Le Journal du Dimanche" am Donnerstagabend mit.. Der bisherige Newsweb-Leiter habe vor einigen Tagen zugegeben, dass einer seiner Mitarbeiter, der nicht journalistisch tätig sei, für die Gerüchte verantwortlich sei. "Die Kündigung beider wurde angenommen."

Wie Newsweb gehört auch das "Journal du Dimanche" zum Medienreich des französischen Großindustriellen Arnaud Lagardère, der auch am europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS beteiligt ist.

Mitarbeiter verschiedener Lagardère-Titel wie der Sonntagszeitung und der Illustrierten "Paris Match" hatten mehrfach kritisiert, dass Druck auf sie ausgeübt werde. Vor Sarkozys Wahl zum Präsidenten war der Chefredakteur von "Paris Match" geschasst worden, nachdem die Zeitschrift mehrere Bilder von Sarkozys damaliger Frau Cécilia mit ihrem Liebhaber veröffentlicht hatte.

Sarkozys Vater gegen erneute Kandidatur seines Sohnes

Der Vater von Nicolas Sarkozy hat seinem Sohn unterdessen von einer erneuten Kandidatur 2012 als Staatschef abgeraten. "Ich persönlich glaube, dass er ein viel ruhigeres und sehr viel angenehmeres Leben hätte, wenn er nicht wieder antreten würde", sagte Pàl Sarkozy der Zeitung "Le Parisien". "Das ist die Meinung eines Vaters, der seinen Sohn liebt - und der ihn gerne glücklich sehen würde."

Zuvor hatte Carla Bruni ihren Wunsch nach einem ruhigeren Leben mit ihrem Mann geäußert. Als Ehefrau wünsche sie sich "nicht wirklich", dass Sarkozy 2012 erneut antrete, sagte sie dem Magazin "Madame Figaro". "Vielleicht habe ich Angst, dass er dabei seine Gesundheit lässt. Vielleicht habe ich aber einfach Lust, die restliche Zeit unseres Lebens in einem gewissen Frieden zu leben." Die 42-Jährige war früher Top-Model und trat später als französische Chansonsängerin auf.

Der aus Ungarn stammende Pàl Sarkozy, 82, hatte nach dem Krieg in Frankreich als Geschäftsmann und Playboy gelebt. In hohem Alter begann er eine Künstlerkarriere. Er malt jetzt Bilder, in die er oft Porträts von seinem Sohn oder Carla Bruni einbaut, und hat ein autobiografisches Buch geschrieben.

als/dpa/AFP



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