Angebliche Terror-Warnung Prag im Fadenkreuz

Zwei Wochen nach den Anschlägen in Kenia, bei denen drei Israelis starben, ist beim israelischen Geheimdienst offenbar eine erneute Terror-Warnung eingegangen. Demnach plant das Terrornetzwerk al-Qaida Attacken auf jüdische Einrichtungen oder Touristen in Prag.


Jerusalem/Prag - Wie die israelische Zeitung "Jediot Ahronot" am Sonntag berichtete, sollen den Geheimdiensten Informationen vorliegen, wonach al-Qaida Angriffe auf israelische Touristen in Tschechien plant. Das israelische Außenministerium gab aber noch keine Reisewarnung heraus

Auch die Nachrichtenagentur Reuters berichtete am Sonntag, der israelische Geheimdienst Mossad befürchte einen Anschlag auf israelische Bürger oder jüdische Einrichtungen in der tschechischen Hauptstadt. Reuters berief sich auf nicht näher genannte Sicherheitskreise. Die spezifische Warnung sei erst kürzlich eingegangen. Einzelheiten wurden nicht genannt.

In Israel wird vermutet, dass die al-Qaida des Extremisten Osama bin Laden hinter dem versuchten Abschuss einer israelischen Verkehrsmaschine in Mombasa am 28. November stand. Auch für den Anschlag auf das Hotel "Paradise" am gleichen Tag in der kenianischen Hafenstadt macht Israel al-Qaida verantwortlich. Nach einem Bericht des Senders al-Dschasira hat sich das Terrornetz inzwischen zu der Tat bekannt.

Nach den Anschlägen von Mombasa, bei denen auch zehn Kenianer starben, hatte die israelische Regierung Reisewarnungen unter anderem für Besuche israelischer Bürger in Äthiopien, Eritrea, Südafrika, Kenia und gewisse Bezirke Thailands erlassen. Tschechien war allerdings nicht auf der Liste des Außenministeriums.

Anderen Berichten zufolge soll al-Qaida im Internet neue Anschläge gegen die USA und Israel "auf dem Land, in der Luft und auf See" angekündigt haben. Auf einer Web-Site, die militanten Islamisten zugerechnet wird, hieß es am Sonntag in einer al-Qaida-Sprecher Sulaiman Abu Ghaith zugeschriebenen Erklärung, die "jüdische Kreuzritter-Koalition wird nirgends sicher sein vor den Angriffen der Kämpfer". "Wir werden mit allen Mitteln die lebenswichtigen Zentren treffen und ihre strategischen Operationen angreifen."

Auf der Web-Site waren schon früher al-Qaida-Erklärungen veröffentlicht worden. Abu Ghaiths Schicksal ist ebenso ungeklärt wie der von Osama bin Laden. In der Erklärung wurde auch noch einmal bestätigt, dass al-Qaida-Kämpfer für die Anschläge auf ein Hotel und ein israelisches Flugzeug in Kenia verantwortlich seien. Die Authentizität der Web-Site-Erklärungen ist nur schwer zu überprüfen.



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