Angeblicher Informant Manning soll vor ein Kriegsgericht gestellt werden

Bradley Manning muss mit einem Prozess vor einem US-Kriegsgericht rechnen. Die Militärstaatsanwaltschaft hat eine entsprechende Empfehlung abgegeben. Laut Anklage soll der Soldat "konstant und methodisch" geheime Kriegsdokumente an WikiLeaks weitergeleitet haben.

Bradley Manning (19. Dezember): Erdrückende Beweise
REUTERS

Bradley Manning (19. Dezember): Erdrückende Beweise


Washington - Die US-Militärstaatsanwaltschaft will den mutmaßlichen WikiLeaks-Informanten Bradley Manning vor ein Kriegsgericht stellen. Nach einer Anhörung im Dezember zur Überprüfung der Beweislage empfahl das Militärgericht auf dem Stützpunkt Fort Meade bei Washington am Donnerstag, alle 22 Anklagepunkte gegen den 24-jährigen Obergefreiten aufrechtzuerhalten.

Untersuchungsrichter Paul Almanza sei zu der "begründeten Annahme" gekommen, dass der Angeklagte die ihm vorgeworfenen Straftaten begangen haben könnte. Ob es tatsächlich zu einem Prozess vor einem Militärgericht kommt, muss jedoch noch von einer höheren Instanz entschieden werden.

Die Verteidigung hatte Ende Dezember zur Milde für ihren Mandanten aufgerufen. Die Anklage sprach dagegen in ihrem Schlussplädoyer von erdrückenden Beweisen dafür, dass Manning "konstant, bewusst und methodisch" interne Dokumente aus Computern gezogen habe, um sie dann WikiLeaks zuzuspielen.

So soll Manning als geheim eingestufte Daten der US-Regierung gestohlen und an die Enthüllungsplattform weitergeleitet haben. WikiLeaks hatte die Unterlagen massenhaft ins Internet gestellt. Wird Manning schuldig gesprochen, droht ihm lebenslange Haft.

Manning war im Mai 2010 im Irak festgenommen worden. Unter anderem soll er ein vom US-Militär im Irak aufgenommenes Video des Angriffs einer US-Hubschrauberbesatzung auf Zivilisten in Bagdad vom Juli 2007, bei dem elf unbewaffnete Männer getötet wurden, an Wikileaks geschickt haben. Außerdem geht es um etwa 260.000 vertrauliche Depeschen des US-Außenministeriums, mit deren Veröffentlichung Wikileaks im Juli 2010 für Wirbel sorgte.

lgr/dpa/dapd/AFP

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hmhmhmhm 12.01.2012
1. Berlin: 15.1. 13 Uhr Neptunbrunnen/Alexanderplatz
Die Demonstration in Berlin findet am 15.1. um 13 Uhr am Neptunbrunnen/Alexanderplatz statt. Der Fluggi dazu ist unter dem Titel "Manning-Unterstützer wollen am 15. Januar in Berlin demonstrieren (Update)" zu ergoogeln. Infos auch über twitter über viele adressen, z.B. https://twitter.com/#!/wikinews030/status/157552614387625984
Der Pragmatist 12.01.2012
2. Genau das Richtige
Zitat von sysopBradley Manning muss mit einem Prozess vor einem US-Kriegsgericht rechnen. Die Militärstaatsanwaltschaft hat eine entsprechende Empfehlung abgegeben. Laut Anklage soll der Soldat "konstant und methodisch" geheime Kriegsdokumente an WikiLeaks weitergeleitet haben. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,808843,00.html
Der Mann ist Soldat und hat wichtige Dokumente and die Oeffentlichkeit weitergeleitet und kommt nun vor ein Kriegsgericht. So ist das nun einmal beim Militaer. Wer geheime Dokumente veroeffentlicht, bekommt oft die Todestrafe. Was hat der Mann(ing) sich wohl bloss dabei gedacht?
janne2109 13.01.2012
3. ..........
warum wird demonstriert??
Gebetsmühle 13.01.2012
4. andersrum wird nen schuh draus
Zitat von Der PragmatistDer Mann ist Soldat und hat wichtige Dokumente and die Oeffentlichkeit weitergeleitet und kommt nun vor ein Kriegsgericht. So ist das nun einmal beim Militaer. Wer geheime Dokumente veroeffentlicht, bekommt oft die Todestrafe. Was hat der Mann(ing) sich wohl bloss dabei gedacht?
da schon der krieg illegal war, sollten die verantwortlichen kriegstreiber ebenfalls vor ein gericht gestellt werden. da werden sie mir sicher zustimmen. in zivilisierten demokratischen rechtsstaaten ist das nicht so. dort wird nicht derjenige gehenkt, der die verbrechen aufgedeckt hat, sondern derjenige, der sie begangen hat. auf die anklagen gegen die bestialische hubschrauberbesatzung, die fröhliches scheibenschießen auf als solche erkannte zivilisten veranstaltet hat, wird man lange warten müssen. manning hat niemand ermordet, aber die leute am maschinengewehr haben das getan. wer soll nun hingerichtet werden?
nurzubesuchhier 13.01.2012
5.
Zitat von Der PragmatistDer Mann ist Soldat und hat wichtige Dokumente and die Oeffentlichkeit weitergeleitet und kommt nun vor ein Kriegsgericht. So ist das nun einmal beim Militaer. Wer geheime Dokumente veroeffentlicht, bekommt oft die Todestrafe. Was hat der Mann(ing) sich wohl bloss dabei gedacht?
Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Dennoch halte ich es für positiv, wenn z.B. Bilder von kaltblütig verübten Morden durch US-Soldaten an die Öffentlichkeit gelangen. Manning hat der Menschlichkeit dadurch einen großen Dienst erwiesen. Ihm selbst hingegen wird das nicht helfen.
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