Angebliches Mordkomplott gegen Saudis USA klagen zwei Verdächtige an

Noch immer gibt es einige Zweifel an dem mutmaßlichen Mordkomplott gegen den saudi-arabischen Botschafter in den USA. Trotzdem sind die beiden Verdächtigen nun offiziell angeklagt worden. Die EU verhängte zusätzlich Sanktionen gegen fünf Personen.

Manssor Arbabsiar: Er wurde bereits im September verhaftet
AP / Nueces County Sheriffs Office

Manssor Arbabsiar: Er wurde bereits im September verhaftet


Washington/New York - Im angeblichen Mordkomplott gegen den saudi-arabischen Botschafter in den USA sind die beiden Hauptverdächtigen offiziell angeklagt worden. Manssor Arbabsiar und Gholam Schakuri werden unter anderem Pläne für einen Mord an einem ausländischen Beamten und der Einsatz von Massenvernichtungswaffen vorgeworfen, wie die Staatsanwaltschaft in New York mitteilte. Hinzu komme der Verdacht auf grenzüberschreitenden Terrorismus.

Arbabsiar, einem 56-jährigen Amerikaner mit iranischem Pass, wird vorgeworfen, die Ermordung des saudischen Botschafters Adil al-Dschubeir durch einen Anschlag in einem Restaurant beabsichtigt zu haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hat der Beschuldigte eine Rolle in dem Komplott mit weiteren Beteiligten eingeräumt. Die offizielle Verlesung der Anklageschrift ist für Montag geplant.

Arbabsiar war bereits Ende September in New York festgenommen worden. Nach Ansicht der Ermittler plante er die Taten mutmaßlich mit dem Kuds-Mitglied Gholam Schakuri. Er sei als Unterstützer des internationalen Terrorismus bekannt, hieß es. Schakuri soll sich derzeit in Iran befinden.

Nach Angaben von US-Präsident Barack Obama waren die Attentatsplanungen von "Individuen in der iranischen Regierung" bezahlt und dirigiert worden. Justizminister Eric Holder hatte die Kuds-Brigaden, den militärischen Arm der iranischen Revolutionsgarden, für das Komplott verantwortlich gemacht.

Als Beweis nannte seine Behörde eine Vorschusszahlung von 100.000 Dollar, rund 73.000 Euro, an einen mutmaßlichen Auftragsmörder des mexikanischen Drogenkartells Los Zetas, der in Wirklichkeit ein Informant der Drogenfahndung DEA gewesen sei.

Iran wehrt sich gegen Komplottvorwürfe

Allerdings waren zahlreiche Zweifel laut geworden, ob Iran tatsächlich hinter der angeblichen Verschwörung steht. Selbst US-Ermittler seien lange skeptisch gewesen, weil die Verschwörung so bizarr und ungewöhnlich schlecht organisiert erschienen sei, berichteten US-Medien übereinstimmend unter Berufung auf Beamte. Dass die iranische Führung verwickelt sei, basiere lediglich auf Schlussfolgerungen.

Iran hat die Komplottvorwürfe zurückgewiesen. Der Vorfall belastet die ohnehin schwierigen Beziehungen von USA und Saudi-Arabien zur Regierung in Teheran und droht, die Spannungen in der Region zu verschärfen.

Im Zusammenhang mit dem mutmaßlichen Komplott hat die EU fünf Personen mit Sanktionen belegt. In einer am Freitag in Brüssel veröffentlichten Erklärung wurden weder Namen noch Nationalität der Betroffenen genannt, deren Vermögen in der Europäischen Union eingefroren wird. Es handele sich um Maßnahmen im Anti-Terror-Kampf, hieß es weiter.

heb/dpa/dapd

insgesamt 16 Beiträge
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Seite 1
wetnoodle 21.10.2011
1. Nein danke
Zitat von sysopNoch immer gibt es einige Zweifel an dem mutmaßlichen Mordkomplott gegen den saudischen Botschafter in den USA. Trotzdem sind beiden Verdächtigen nun offiziell angeklagt worden. Die New Yorker Staatsanwaltschaft erhebt schwere Vorwürfe gegen die Männer. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,793212,00.html
Irgendwelche Zweifler haben Zweifel und der SPON Headline-Schreiber meint deshalb man sollte sie gleich wieder mit Handschlag nach hause schicken? Hallo? Seltsames Verständnis eines Justizsystems, wo ein Prozess der Wahrheitsfindung (ja, ich warte schon auf die Verschwörungstheoretiker die jetzt sagen, "die Wahrheit ist dort draussen, aber nicht im Gerichtssaal!") dient und die Angeklagten (Achtung: nicht Veruteilte!) ggf. von allen Anklagepunkten frei gesprochen werden so sie denn nicht haltbar sind.
king_pakal 21.10.2011
2. --
Zitat von sysopNoch immer gibt es einige Zweifel an dem mutmaßlichen Mordkomplott gegen den saudischen Botschafter in den USA. Trotzdem sind beiden Verdächtigen nun offiziell angeklagt worden. Die New Yorker Staatsanwaltschaft erhebt schwere Vorwürfe gegen die Männer. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,793212,00.html
Da will die US-Staatsanwaltschaft offenbar Fakten schaffen (wo eigentlich keine waren).
king_pakal 21.10.2011
3. --
Zitat von wetnoodleIrgendwelche Zweifler haben Zweifel und der SPON Headline-Schreiber meint deshalb man sollte sie gleich wieder mit Handschlag nach hause schicken? Hallo? Seltsames Verständnis eines Justizsystems, wo ein Prozess der Wahrheitsfindung (ja, ich warte schon auf die Verschwörungstheoretiker die jetzt sagen, "die Wahrheit ist dort draussen, aber nicht im Gerichtssaal!") dient und die Angeklagten (Achtung: nicht Veruteilte!) ggf. von allen Anklagepunkten frei gesprochen werden so sie denn nicht haltbar sind.
Alles was der Spiegel oder BILD nicht abdruckt ist eine VT, ist klar ne. Da fragt man gerne nach den Quellen oder nach der Reputation des Autors. Bei BILD und Spiegel hingegen findet diese Nachfrage nach Quelle/Autor meist nicht statt und es wird quasi aus der Hand gefressen.
dilinger 21.10.2011
4. **
Zitat von king_pakalDa will die US-Staatsanwaltschaft offenbar Fakten schaffen (wo eigentlich keine waren).
Wie kommen Sie dazu so etwas zu behaupten? Oder halten Sie den Iran aus grundsätzlichen Erwägungen für nicht im Stande politische Morde und terroristischen Taten durchzuführen? Letzteres zu behaupten wäre lächerlich. Spätestens seit den Ermittlungen im Rahmen des Mykonos-Prozesses weiß die ganze Welt wozu das iranische Regime fähig ist.
Duzend 21.10.2011
5. Gleicheit vor dem Gesetz
Zitat von sysopNoch immer gibt es einige Zweifel an dem mutmaßlichen Mordkomplott gegen den saudischen Botschafter in den USA. Trotzdem sind beiden Verdächtigen nun offiziell angeklagt worden. Die New Yorker Staatsanwaltschaft erhebt schwere Vorwürfe gegen die Männer. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,793212,00.html
Wer sich schon immer an Spinnereien wie der Gleichheit der Bürger (einschliesslich der paar wenigen, die es in ein Regierungsamt geschafft haben) vor dem Gesetz gestört hat und deshalb mal so richtig grosse Räder gegen die Verfassung und das Recht drehen wollte, der geht am besten nach USA, macht dort seinen Doktor der Rechtswissenschaften und arbeitet sich in eines der prominenteren Gerichte hoch. Wie's scheint, ist Jurisprudenz die ideale Hilfe für vom Scheitel bis zur Zehe aufklärungsfeindliche Gesellen zu ihrem unbemerkten Einstieg in hohe Staats- und Regierungsämter. Obama, Sunstein, Zelikow, Hellerstein...alles dieselbe Truppe. Für ein Strafverfahren gegen Bush, Cheney, Rice, Rumsfeld wegen Meineids, Völkerrechtsbruchs, usw. einfach nicht die nötigen Eier in der Hose und - was noch schlimmer ist - ein fehlendes £Unrechtsbewusstsein. Also bleibt ihnen nur, sich auf die kleinen Fischen wie dem Graupner-Fan von neulich zu stürzen. Wenn auch diese Trouvaillen auszugehen drohen, dann lockt man eben einen tüdeligen Gebrauchtwagenhändler in ein dubioses Geschäft und haut den in die Pfanne. Ja, oder man ballert einfach einen missliebigen Mitbürger ab, wenn er gerade wieder mal im Ausland weilt. Bei der nächsten politischen Wahl werde ich wieder vermehrt auf den Berufsstand der politischen Kandidaten achten und, wenn's geht, einen Naturwissenschaftler wählen - na, ja, wenn er nicht gerade Merkel heisst. Der Rechtskund müsste man jedenfalls das Attribut "Wissenschaft" solange vorenthalten, bis sich ihre prominentesten Exponenten auch wieder danach verhalten.
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