Distanzierung von Trump Merkel solidarisiert sich mit rassistisch attackierten US-Abgeordneten

In den USA sorgen Donald Trumps Aussagen über vier Demokratinnen für Aufregung. Bei der Sommer-PK reagierte auch Angela Merkel: Die Kanzlerin stellte sich klar hinter die Frauen.

HAYOUNG JEON/ EPA-EFE/ REX

Es war ein Thema, das auf Angela Merkels letzter Pressekonferenz vor der Sommerpause gleich zweimal aufkam: die rassistischen Aussagen von US-Präsident Donald Trump gegen vier demokratische Abgeordnete. Bei der letzten Antwort der Pressekonferenz positionierte sich die Bundeskanzlerin klar, sie distanziere sich "entschieden" von den Äußerungen.

Bei ihrer ersten Antwort zu dem Thema hatte sie sich noch vorsichtiger ausgedrückt. Die Äußerungen Trumps seien etwas, "das die Stärke Amerikas konterkariert", sagte Merkel. Diese Stärke liege nämlich gerade darin, dass die USA ein Land seien, "in dem Menschen ganz unterschiedlicher Nationalität zur stärke dieses Volkes beigetragen haben".

Kurz vor dem Ende der Pressekonferenz verwies ein Journalist dann auf die klaren Stellungnahmen anderer Politiker - ob aus Kanada, Großbritannien oder Luxemburg. Ob sie sich solidarisch fühle mit den angegriffenen Frauen, fragte der Reporter: "Ja", lautete zunächst Merkels klare, aber knappe Antwort, bevor sie den Satz doch noch weiter ausführte: "Ich distanziere mich davon entschieden", sagte Merkel. Sie fühle sich "solidarisch" mit den attackierten Frauen.

US-Präsident Trump hatte zuletzt mehrere demokratische Abgeordnete, die teilweise Migrationshintergrund haben, dazu aufgefordert, dahin zurückzukehren, wo sie hergekommen sind. Bei den vier Frauen handelt es sich um Alexandria Ocasio-Cortez, Rashida Tlaib, Ilhan Omar und Ayanna Pressley. Alle vier sind US-Bürgerinnen, drei von ihnen wurden in den USA geboren. Omar wurde in Somalia geboren und später in den USA eingebürgert.

Trump verteidigte seine Äußerungen in der Folge: Er halte sie nicht für rassistisch. Bei einer Wahlkampfrede wurde er sogar für seine Attacken gefeiert.

aev



insgesamt 51 Beiträge
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goffis1 19.07.2019
1. Abstammung
Peinlich aber wahr. Da stellt sich ein "demokratisch" gewählter Präsident gegen seine eigene Verfassung und erhält dafür auch noch Applaus. Dabei stammt er doch von Deutschen ab. Bitte aber nicht zurückschicken. Baut einen Zaun...
DougStamper 19.07.2019
2. Es wird Zeit
Das sich die westliche Welt gemeinsam diesem rassistischen präsidentendarsteller entgegenstellt. Was spricht eigentlich dagegen, wenn Merkel die zukünftige Kommunikation mit Trump ablehnt und nur noch mit Pence kommuniziert? Sie hat eh nur noch 2 Jahre und die deutsche Wirtschaft hält das aus.
Elrond 19.07.2019
3. Genau so ist es
Trump diffamiert und verrät das amerikanische Volk auf schamlose Weise und seine Anhänger*innen danken es ihm auch noch. Selbst Kellyhanne Conway fühlt sich auf Pressekonferenzen bereits genötigt, über ihre Herkunft zu sprechen. Und sie tut das in einer so verachtenswerten Weise, dass man sich nur wundern kann. So weit ist es also schon gekommen. Doch bei so mancher Anhängerschaft kann man Zweifel darüber anmelden, ob sie verstanden haben, dass sie sich selbst verleugnen und die Idee Amerikas verraten. Denn wie Frau merkel richtig sagte, liegt die Stärke Amerikas nicht im Ausleben einer Monokultur, sondern in seiner pluralistischen Ausrichtung.
danielstricker 19.07.2019
4. Nicht rassistisch, höchstens xenophob
Eine Nuance, aber eine wichtige. Zu sagen, er habe sich rassistisch geäussert, ist Fake News.
kaiservondeutschland 19.07.2019
5. Danke Kanzlerin - auch in meinem Namen
Ich bedanke mich bei der Kanzlerin. Sie hat in diesem Fall auch in meinem Namen gesprochen. Das ist nicht immer der Fall, was zu betonen ist. Nach Victor Frankl gibt es bekanntermaßen nur zwei "Rassen". Die Anständigen und die Unanständigen. Trump gehört zu den Unanständigen, er ist ihr Anführer, wie auch die Kameraufnahmen beweisen. https://www.spiegel.de/video/donald-trump-schickt-sie-zurueck-choere-gegen-ilhan-omar-video-99028530.html In Victor Fankls Sinne bin ich "Rassist": Die Unanständigen müssen "diskriminiert" werden. Sie gehören bloßgestellt und entlarvt!
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